Portrait: Stoxxx (DE_RP)

Veröffentlicht am 5. Januar 2026 um 20:32

Gute Deutsche Talente im Fokus Seit Mitte März 2020 haben deutschlandweit fast alle Kultur-Veranstaltungen mit Besuchern drinnen & draußen wegen der Corona-Pandemie konsequent nicht stattgefunden und damit die gesamte Kultur-Branche, besonders aber die Kleinkunst, in ein kollektives Desaster getrieben.

Leider sind nun auch viele etwas größere Veranstaltungen, auch noch die im August betroffen und sogar im September 2020 sind nicht alle sicher geglaubten Veranstaltungen in trockenen Tüchern. Trotz der Streitereien, zwischen den verschiedenen Verantwortlichen der Stadt Sankt Goarshausen, den Pächtern der Loreley-Bühne, des Besucherzentrums und der Loreley-Terrassen, sowie einigen Musik-Veranstaltern, die nun immer weiter eskalieren, es gibt eine kleine bunte Schar von Musik-Aktivisten die sich gegenseitig beistehen, auch mächtig gegen das Unvermeintliche entgegenstemmen und ein eigenes kleines aber feines Open-Air-Festival auf die Beine gestellt haben.

Natürlich ist momentan der Einlass in das luftige Gelände (gepflasterter PKW-Parkplatz vor dem Gasthaus) zeitintensiv und sperrig, immerhin muss der mutige Veranstalter Bernhard Schiffmann, Betreiber seit 2012 und Drahtzieher dort noch bis Ende 2020, eine ellenlange Liste von behördlichen Auflagen erfüllen und umsetzen, Name, Adresse & Telefonnummer jeden Gasts, Abstände zwischen den personenbezogenen Sitzplätzen, strenge Hygiene-Vorschriften. Aber die meisten Gäste kommen bedingt dadurch natürlich deshalb auch frühzeitig, so entsteht bei für eine Freiluft-Veranstaltung günstigen Wetter und sommerlichen Temperaturen auch keine Panik oder unnötiges Gedränge. Lokal-Matador Stoxxx aus dem Flussaufwärts liegenden Koblenz eröffnet zum Neustart der ausgesetzten Saison 2020 (Pandemie bedingt) dieses Mini-Festival in Bernies Blues Bar im flussnahen Grüngürtel von Sankt Goarshausen am Freitag Spätnachmittag. Später spielen noch mit Gray Matters (Melanie Mau & Martin Schnella) aus dem westlichen Harz und zum Abschluss des Tages Journeye aus Raum Rhein/Main-Rhein/Neckar bis kurz vor Mitternacht. SwampMoon (siehe auch Creedence Clearwater Revival – John Fogerty – Golliwogs) haben am folgenden Samstag dann noch ihren 3-stündigen Teil zum Gelingen des Fests beigetragen. um einen Text zu schreiben.

Moderne Rocker aus einer bekannten Wein-Region – Stoxxx, die sofort dieses Midi-Festival rockig und auch pünktlich eröffnen, wurden in der jetzigen Formation 2009 von den beiden Freunden Stefan Steinert (Keyboards, Gesang) und Günter Birth (Gitarre, Gesang) im Raum Koblenz gegründet. Die Beiden kannten sich seit Mitte der 90er und musizierten seitdem schon verschiedentlich zusammen. Komplettiert wurde die Band damals durch Albrecht Seiler am Bass (auch Gesang) und Schlagzeuger Tom Hachen, die sich beide ebenfalls schon vorher kannten. Seit November 2018 thront mit Andy Bauer nun ein Neuer in der zentralen Trommelburg und singt auch bei einigen Titeln. Sie spielen moderne Rock-Musik, auch von anderen bekannten Künstlern, versuchen aber nicht nur zu kopieren oder so Original wie möglich zu klingen, sondern drücken den Kompositionen immer wieder ihren ureigenen Stempel auf. Die Band meint selbst dazu: „Die Songs bekommen einen eigenen Stoxxx-Fingerabdruck, behalten aber ihr prägendes Gerüst, damit ein Wiedererkennungsmerkmal bleibt. Neben eigenen Songs werden Stücke unter anderem von den Foo Fighters, Kings Of LeonPearl Jam, INXSMatchbox 20, Sting und John Mayer gespielt.“ Der Band-Name Stoxxx lehnt sich an das englische Wort Stock an, ist somit als Lagerstatt für viele musikalische Ideen zu sehen, die verwendet werden um sie zu melodischer Rock-Musik zusammen zusetzt. Stoxxx spielten an diesem Abend insgesamt 12 Titel, davon diesmal neun Cover-Versionen, beispielsweise von den Alternative-Rockern 3 Doors Down und Snow Patrol, vom dramatisch unterbewerteten Blues-Rocker Frankie Miller, aber auch eigenes Material sowie auch ihren bekanntesten Titel Hit gleich zu Anfang. Ein sommerliches, weitgehend diszipliniertes Volksfest nimmt seinen Lauf, endlich wieder. Bilder_Text: Christa & Roland Koch

Ein Prolog – Auch wenn seit Mitte März 2020 deutschlandweit fast alle Kultur-Veranstaltungen mit Besuchern drinnen & draußen wegen der Corona-Pandemie konsequent nicht stattgefunden haben und damit diese gesamte Branche in ein kollektives Desaster getrieben hat und auch die Streitereien zwischen den verschiedenen Verantwortlichen der Stadt Sankt Goarshausen, den Pächtern der Loreley-Bühne, auch des Besucherzentrums und dem Pächter des Restaurant sowie einigen Veranstaltern, nun immer weiter eskalieren, es gibt eine kleine bunte Schar von Aktivisten die sich gegenseitig beistehen und auch mächtig gegen das Unvermeintliche entgegenstemmen. Also es ist auch wieder einmal ein klein wenig wie bei Asterix und den Galliern, die trotz Übermacht der Blechbüchsen-Armee des römischen Imperiums ihre Hoffnung nicht aufgeben und mit kollektiver Tatkraft und Geschick ihren kleinen dörflichen Lebensraum verteidigen. Die Geschichte die ich nun erzählen will, hat auch als einen seiner wichtigen Punkte ein altes befestigtes, romantisches Dorf mit ZWEI Burgen, ich nenne es mal Kamp-Bornhofen am Rhein und dem wilden Rheinsteig. Dort in der familiären Herberge Singender Wirt an der schmalen Burgenstraße im Bornhofer Tal, sowie auch an ein paar anderen schönen Stellen im Flusstal, treffen sich trotz aller Widrigkeiten verschiedene kleine Gruppierungen von Kindern, Frauen und Männern mit fast einheitlicher, schwarzer Oberbekleidung. Darauf prangt vorne und hinten ein großes buntes Logo und ein Schriftzug: Night Of The Prog 2020. Was ist los hier im idyllischen und im Moment sehr ruhigen UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal auf halben Weg zwischen Bingen und Koblenz. Eines der großen früheren Musikfeste kann es doch nicht sein, ist doch alles schon sehr lange von Winfried Völklein abgesagt. Die große Bühne und das Gelände Drumherum sehen aus wie eine zugewachsene Stein-Eisen-Ruine, das Unkraut steht flächendeckend Mannshoch. Nichtdestotrotz wurde von einigen Musik-Maniacs in die Hände gespuckt und ordentlich in die Hörner geblasen. Man hat sogar auch in der Nähe einen würdigen Festplatz gefunden. Südlich der Fährstadt, unten im Tal etwa 2,5 Kilometer außerhalb der Stadtgrenze, gibt es direkt am Rheinufer und unterhalb des berühmten Loreley-Felsen einen Gasthof für Reisende. Und genau hier treffen sich fernab von Zivilisation in  Bernies Blues Bar (www.berniesbluesbar.de) nun die Liebhaber der anspruchsvollen Rockmusik zum alternativen Open-Air für ein 2-tägiges Night Of The Rock. Selbst die Händler-Gilde ist durch Oliver Wenzler und Helfer von Progressive Promotion Records ordentlich vertreten. Die haben sich vom kurvenreichen Weg durch die Schlucht des Rheins, entlang der Zoll-Burgen, Wehrmauern und Denkmäler nicht abhalten lassen, haben ihre Tische mit reichlichem Warenkorb aufgebaut. Für Essen und Trinken ist auch gesorgt und zum Fest fehlen jetzt nur noch die Musiker und Gaukler. Die vier Kapellen, Stoxxx, Melanie Mau & Martin Schnella, Journeye, Swamp Moon, stelle ich jetzt Schritt für Schritt vor.

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