Journeye: US-Rock Live an der Loreley – AOR, diesmal aber nicht im Stadion – Woher kenne ich diesen Sänger, ging mir nach ein paar Titeln immer wieder durch den Kopf. Kappe On Top und lange, schmale Tattoos auf beiden Unterarmen.
Aktuell Ende August 2020 – Die Situation während der weltweiten Pandemie hat sich innerhalb weniger Wochen massiv verschärft. Es wurden jetzt auch die meisten, teils aus dem Frühjahr sicherheitshalber verschobenen Kleinkunst-Veranstaltungen, im August 2020 leider erneut abgesagt. Die Hoffnung lag auf dem September, aber auch hier war absolut nichts sicher. Man durfte dennoch die Hoffnung nicht aufgeben.
Triple-Album Time3 – Die Dinosaurier sind wieder lebendig. Wer sich 55 Songs lang auf die Reise durch den Fantasy-Rock-Kosmos von Journey begibt, wird diesen Eindruck nicht los. Bei der 3-CD-Box Time3 kommen jene Rockfans auf ihre Kosten, die mit extremen Spielarten wie Grunge oder Trash nichts anfangen können. Journey bieten ihnen versierte Gitarrensoli, Präzisions-Gesangssätze und romantische Balladen-Höhepunkte - eine Musik, die sich um 1980 als dickfellig genug erwies, der Attacke der Wave-Wühlmäuse zu trotzen. Bevor Journey mit Donner (Glanz) und Doria (Gloria) durch die US-Fußballarenen zogen, waren sie eine versierte Kapelle im progressiven Underground der US-Westküste. CD 1 dokumentiert, wie die Santana-Aussteiger Gregg Rolie (Keyboards) und Neal Schon (Gitarre) in San Francisco Mitte der 70er Jahre nach einem Profil zwischen bluesigen Haschpfeifchen-Trips und Fusion-Jazzrock suchten. 1978 waren derlei Ambitionen Vergangenheit: Journey stellten dann den Herzensbrecher Steve Perry ans Mikrofon und buchten mit ihm Dauerplätze in den Charts. Zu Beginn von CD 2 hört man, wie die Kalifornier nicht vergaßen, dem (Hard-) Rock-Publikum mit hochgezüchteten Powerrock-Boliden zu imponieren. Sieben Ausschnitte aus dem 1980er Livealbum Departure führen dann eindrucksvoll vor, wie Amerikas Antwort auf Queen mit Bombast-Rock, Blues, Boogie und Balladen ein Auditorium von Tausenden fesselte. Der Rest der CD gehört dem Repertoire des erfolgreichsten Journey-Album Escape (1981). Bis 1986 behaupteten sich die Stars an der Spitze, allerdings um den Preis, dass ihre Musik immer sinnleerer wurde, gut nachzuhören auf CD 3. Als Bonus für Fans gibt es elf bisher unveröffentlichte Stücke und ein Booklet, das neben Band-History und -Diskographie auch viele Fotos enthält. Das Beste von Journey auf drei prallvollen Silberscheiben.
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