2026: Aus dem Stand zu Empire Of Prog & Zappanale – Es ist immer wieder erstaunlich welche verzweigten und skurrilen Wege die Karriere von manchen Künstlern nehmen, oder aber eben leider oft auch nicht. Das nordrheinwestfälische Gummersbach, genauer gesagt Much (Heinrich Böll, Guildo Horn und Henry Maske lebten auch mal hier),
liegt im schönen bergischen Land zwischen Köln am Rhein und Olpe am Biggesee. Dort musiziert die bisher relativ unbeachtet raue Stimme von Gitarrist Dominik Mertens, kongenial unterstützt von einer teils virtuosen, teils brachialen Energie von Bass und Keyboards des Lars Dreier und Schlaggeräten von Markus Missbrandt. Und das im Trio Superthousand seit fast 14 Jahren und inzwischen vier Alben. Angefangen hat alles 2012, Lars und Markus; der macht bis heute auch noch Punkrock, Hardcore und Metal; kamen aus einem Folk-Rock-Projekt das sich gerade aufgelöst hatte. Auf einem Stadtfest sprachen sie den Gitarristen Nick Klapproth an, den sie aus seiner vorherigen Band, einem Beatles Cover Projekt, kannten. So war die Breitband-Rock-Band Superthousand geboren.
Blight war die erste Komposition, die sie damals geschrieben hatten und damit beginnt dann die Reise der jungen Truppe aus dem Rhein-Sieg-Kreis im Süden NRW’s. Zuerst hörbar auf der Debüt-Eigen-Produktion Universe – Reverse (2013). Nach dem zweiten Album Voyage. (2016), am Ende der UKW-Skala bei circa 108,5 MHz, trennten sich allerdings schon die Wege von Gitarristen Nick und den restlichen Drei. April 2020 dann #trnsit, die 200 Vinyls und 300 CDs waren aber ultraschnell ausverkauft. Deshalb war schnell die CD als #trnsition mit Live-Bonus, vier zusätzliche Titeln von einem pandemiebedingten Livestream aus dem Gummersbacher WareHouseStage, sofort noch einmal veröffentlicht worden. Davon ist das Prog-Epos Gauss auf keiner anderen der vier Veröffentlichungen von Superthousand zu finden. Bis hierhin ein Weg über fast ein Jahrzehnt, aber immer noch ohne signifikante Sichtbarkeit in der überregionalen Musik-Szene Europas. Leider kennen wir viele solcher Geschichten, das ist aber einer der Gründe weshalb wir das Magazin DX_MINT überhaupt in die Welt gebracht und auch dieses Portrait gemacht haben.
Dann am 26. September 2025 immerhin nun schon das vierte Album mit dem Titel four. Laut Aussagen des Trios, die bisher ausgereifteste Veröffentlichung. four gibt es auch in pinkfarbenen Vinyl. „Die Themen bekannt, die Arrangements keinesfalls. Zart philosophiert die Band über den Ursprung des Seins und voller Kraft werden die Kipppunkte beklagt, deren Unabwendbarkeit die Menschheit gegenübersteht. Superthousand nimmt den Zuhörer mit auf die Reise durch Zeit und Raum, besingt die Herausforderungen des Zeitgeistes und begleitet bis zum Ende. Songs, die dazu einladen, den Kopfhörer aufzusetzen und sich für eine Weile aus der Welt zu verabschieden.“
Das Trio macht sich über Rockstile wenig Gedanken, weil sie schreiben, was ihnen in den Sinn kommt. Wer ein Etikett braucht, soll es sich selbst nach anhören der vielfältigen Musik draufkleben, wenn eins nicht reicht, Platz ist genug da. Und wie geht es weiter nach der Zappanale 2026: „Wir haben aber bereits einige gute Ideen für neue Songs und versuchen neben den Proben für die Konzerte auch das Schreiben nicht zu vernachlässigen. Im Herbst gibt es eine Woche Bandurlaub, in der wir nur schreiben werden. Mal sehen, was da passiert.“ Wir werden von der Zappanale 2026 berichten, dort spielt Superthousand das Eröffnungskonzert. Wir prognostizieren, sie werden die Zuschauer mitnehmen auf ihrem „Transit“ zur „Voyager“.
Hier geht es zum Interview Superthousand von Stephan Schelle.
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