Portrait: Delta Generators (US_MA)

Veröffentlicht am 18. September 2026 um 15:00

Blues ist Vehikel, Liebe zum Rock der Treibstoff – „Blues ist das Vehikel, aber die lebenslange Liebe zur Rockmusik liefert den Treibstoff. Echte Musik von echten Menschen, Live gespielt und Live aufgenommen“. Das ist das simple Credo von den vierfach Energie-Erzeugern Delta Generators, gegründet 2007 im Großraum Boston, Massachusetts, US-Ostküste.

Wir hatten uns schon im Zuge des Blues Festival Schöppingen 2025 mit dieser interessanten Band beschäftigt, haben aber damals leider aus terminlichen Gründen dieses Blues-Quartett verpasst. Nicht so unsere Blues-Trüffel-Spürnase Wolfgang Conrad, der diese sagenhafte US-Band danach für das Open Air Gross Lindow 2026 eingeladen hatte. Somit auch für uns diesmal die Chance diese vier Akteure, Brian Templeton (Gesang, Harmonika, A-Gitarre), die Brüder Charlie (Gitarre) und Rick O’Neal (Bass), Schlagzeuger Jeff Armstrong, einmal wahrhaftig zu erleben. Es war wie bei unseren US-Reisen, vier Cowboys reisen an, treffen auf ein lokales Bürger-Fest mit Bühne und Technik und dann geht die Party so richtig los. Das haben wir so mehrfach bei unseren Exkursionen durch Nordamerika erlebt. Je ein kräftiger Schluck Memphis Soul, Louisiana Funk und klassischer Rock, das sind die maßgeblichen Zutaten in diesem „American Pie“. Die Karriere von den Delta Generators hat einen sogenannten Schnittpunkt, der von den beiden singenden Frontleuten markiert wird.

Die Brüder, Gitarrist Charlie und Bassist Rick O’Neal, spielen schon seit ihrer Jugend gemeinsam Musik. Besonders hervorzuheben ist ihre Zeit als Mitglieder der Band von Benjamin Orzechowski alias Ben Orr, dem ehemaligen Sänger und Bassisten der Bostoner New-Wave-Band The Cars. Zwar widmeten sie sich zwischendurch auch anderen Projekten, Charlie tourte mit der britischen Band Must, Rick spielte in der Band des Bostoner Gitarrenhelden Johnny A., doch immer wieder fanden sie musikalisch zusammen. Charlie hatte schon in jungen Jahren in Rock-Bands gespielt, war aber stets ein großer Fan der Blues-Gitarre. Jahrelang feilte er an seinem Können, indem er parallel zu Vinyl-Platten synchron mitspielte. Als sich die Gelegenheit für ein Blues-orientiertes Nebenprojekt bot, war er sofort mit Feuereifer dabei. Dieser Moment veränderte seine Zukunft und ermöglichte es ihm, seine Leidenschaft für persönliche Vorbilder wie Elmore James, Freddie King und Albert Collins auszuleben.

Als eine Band ins Leben gerufen werden sollte, übernahm der R&B- und Soul-Liebhaber Craig Rawding die Rolle des Frontmanns. Charlie O’Neal holte seinen Bruder Rick als Bassisten dazu, und so wurden 2007 die Delta Generators gegründet. Da der ursprüngliche Schlagzeuger die Band nach wenigen Monaten verlassen musste, wurde der aufstrebende Perkussionist und Sclgzeuger Jeff Armstrong engagiert. Im Jahr 2008 war es kein bloßes Nebenprojekt mehr; die Band gewann die Boston Blues Challenge. Anschließend reisten sie nach Memphis, um an der International Blues Challenge teilzunehmen, wo sie nur knapp den Sieg verpassten. Von dort aus etablierte sich die Band fest in der Bostoner Blues-Szene. Sie nahmen die vier Alben, Devil In The Rhythm (11-2008), Hard River To Row (2009), Get On The Horse (2013), Hipshakers & Heartbreakers (2016) auf, bevor Craig 2016 beschloss, die Band zu verlassen.

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