Legende: Green – Symphonic Floyd – Rockpommels Band (DE_NW)

Veröffentlicht am 24. Dezember 2025 um 20:27

Treffen der Oldtimer oder Wir sind doch jung geblieben – Die Band Green entstand im Jahre 1975 aus der Studentenband Roaring Sixties, damals eine der ersten Bands, die im professionellen Rahmen Stücke coverte und damit vor allem auf den Uni-Feten in der gesamten Republik zu hören waren. Green wurde in ihrer Heimatstadt Hagen schnell zu einer der angesagtesten Bands.

und zum Vorbild für viele junger Hagener Musiker, die dann Anfang der 80er den Hagener Band-Boom mit auslösten. Sie waren die Lokal-Matadore, die jeden Saal füllten und zum Kochen brachten. So waren nicht nur Nena oder Inga Humpe bei ihren Auftritten im Publikum zu sehen, sondern auch die Musiker von Extrabreit und den Ramblers, deren Sänger Hartwig Masuch auch der erste Manager von Green wurde. Doch dann passierte das, was wohl kommen musste: Green waren gerade dabei, ihr erstes Album mit eigenen Titeln aufzunehmen, als Sänger, Bassist und Frontmann Milla Kapolke ein Angebot von Grobschnitt bekam und zu der Band wechselte, die schon damals zu den erfolgreichsten deutschen Rockgruppen zählte.

Green löste sich zwangsläufig auf. Gitarrist Michael Maus Munder gab ein kurzes Gastspiel bei Nenas damaliger Band Stripes. Gitarrist Bubi Hönig ging zu der damals sehr angesagten Hardrockband Faithful Breath und landete schließlich bei Extrabreit. Schlagzeuger Fox spielte zunächst bei der Pee Wee Bluesgang und gab dann ein kurzes Gastspiel in der Band von Drafi Deutscher. Keyboarder Sugar Lindemann war in verschiedenen Lokalbands aktiv und spielte 1989 auf Grobschnitt´s Last Party Tour. Nach einigen überaus erfolgreichen fast kultischen Abschiedskonzerten konnte man die Band immer mal wieder in unterschiedlichen Besetzungen bei sporadischen Gastspielen erleben. Die derzeitige Besetzung: Milla Kapolke (Gesang, Bass), Bubi Hönig (Gitarre, Gesang), ATS Rolf Möller (Schlagzeug, Perkussion), Deva Tattva (Keyboards), Michi Rolke (Gitarre, Saxophon, Flute, Harp, Gesang), Mudita Kapolke (Percussion, Gesang), Manu Kapolke (Gitarre, Gesang), spielen sie nun schon seit vielen Jahren in verschiedenen Projekten zusammen, Grobschnitt Reloaded (2007 – 2012), Symphonic Floyd, Green Floyd, Rockpommels Band, wieder zusammen, haben viele erfolgreiche Auftritte absolviert.

Green ist keine „normale“ Band. Wir sind befreundete Musiker, von denen einige bei Hagens bekanntester Band Extrabreit spielen oder die in früherer Zeit bei der Kultband Grobschnitt mitgemischt hatten und sich in den letzten 40 Jahren immer wieder getroffen haben, um gemeinsam ihre Lieblingstitel von anderen Bands zu spielen. Da wir positive Erfahrungen durch frühere Crossover-Projekte unserer Bands mit dem Hagener Orchester gemacht hatten, wollten wir dieses Mal eine ganz besondere Herzensangelegenheit verwirklichen: Die Musik von Pink Floyd in symphonischer Fassung. Vor allem die Idee, das außergewöhnliche Stück Atom Heart Mother live umzusetzen, welches ja nur mit Orchester und Chor aufgeführt werden kann, übte einen ganz besonderen Reiz aus. Weitere Titel, die wir ins Programm nehmen wollten, waren schnell gefunden. Die Erarbeitung der Arrangements beanspruchte schließlich fast ein ganzes Jahr. Zum Glück hatten wir in Andres Reukauf einen hervorragenden, erfahrenen Arrangeur, der mit seinem Vorgehen und seinen Ideen genau auf einer Wellenlänge mit uns lag. Und im Orchester Hagen, dem Opern- und dem Kinderchor des Theaters Mitstreiter, die alle Ideen auch entsprechend umsetzen konnten. Inzwischen haben wir zahlreiche ausverkaufte Konzerte im Theater Hagen sowie zwei in der Westfalenhalle Dortmund gespielt und es war immer ein unbeschreibliches Erlebnis für uns. Wir haben jeden Augenblick und jeden Ton genossen und es war uns eine große Ehre, die genialen Kompositionen von Pink Floyd in dieser besonderen Weise umsetzen zu können.“ Text: Symphonic Floyd

Green Floyd – Rockpommels Band*

21.03.2026 – Paderborn – Paderhalle*

17.10.2025 – Wetter – Earth Music Hall

21.09.2024 – Hagen – Stadthalle Hagen

23.09.2023 – Hagen – Elbershallen

Symphonic Floyd

09.06.2023 – Hagen – Thater Hagen (ausverkauft)

08.06.2023 – Hagen – Theater Hagen (ausverkauft)

07.05.2022 – Dortmund – Westfalenhalle

09.02.2019 – Dortmund – Westfalenhalle

10.05.2018 – Hagen – Theater Hagen (ausverkauft)

09.05.2018 – Hagen – Theater Hagen (ausverkauft)

23.09.2017 – Hagen – Theater Hagen (ausverkauft)

22.09.2017 – Hagen – Theater Hagen (ausverkauft)

16.04.2017 – Hagen – Theater Hagen (ausverkauft)

15.04.2017 – Hagen – Theater Hagen (ausverkauft)

25.02.2017 – Hagen – Theater Hagen (ausverkauft)

24.02.2017 – Hagen – Theater Hagen (ausverkauft)

Green & Symphonic Floyd – Live Westfallenhalle 1, Dortmund – 07. Mai 2022

Eigentlich ist es nicht mein Ansatz etwas über eine Band zu schreiben, auch wenn es mir immer wieder in den Fingern juckt, oder zu kommentieren, über die praktisch fast alle Musik-Magazine (und nicht nur die) weltweit Tag für Tag jedes auch noch so kleine Mosaikstückchen, noch einmal in noch kleinere homöopathische Teilchen zerlegen und diese dann auch noch seitenlang analysieren und kommentieren. Wer sich jetzt an ein bekanntes deutsches Musikmagazin erinnert, ja das ist auch oft Thema dort, aber eben berechtigt, da sie das federführende deutsche Sprachrohr für Pink Floyd sind. Und die werden natürlich auch berichten. Nicht falsch verstehen, ich bin wie Fotografen-Legende Carl van der Walle ein großer Fan dieser legendären britischen Formation. Meine Freunde in Schule und Technik-Lehre haben Beatles gehört, ich als Alien eben Grobschnitt, die vielen britischen Progger der 70er und leidenschaftlich Pink Floyd. Und ich habe es geliebt, bin nächtelang eingetaucht in meinen Klangkosmos, habe mit meinem Vater Jupp in meinem Zimmer auf dem Boden gelegen und Atom Heart Mother und Echoes gehört. Vielleicht war ich auch deshalb nach dem großartigen Konzerterlebnis im westfälischen UFO, der berühmten großen Westfalenhalle Dortmund, mit der Hagener Band Green und ihrem sensationellen Projekt Symphonic Floyd auch wieder etwas melancholisch. Vermutlich wie viele andere, die bei diesem Spektakel der Premiumklasse dabei waren. Carl und ich haben uns zufällig bei diesem denkwürdigen Auftritt am 07. Mai 2022 getroffen und uns wie junge Teenager über die Zeit damals unterhalten. Carl sagte mir überaus Stolz: „Ich habe Pink Floyd 1970 in Hamburg mit diesem sperrigen Stück Musik Atom Heart Mother leibhaftig erlebt.“ Stimmt, aber damals hieß es noch The Amazing Pudding und wurde meist ohne Orchester und Chor aufgeführt. Da kann ich nicht mithalten, aber ich war Februar 1981 mit dabei, beim 8-tägigen Wall-Spektakel. Beides ein Privileg, das weltweit nur wenigen Fans vergönnt war. Ich beneide ihn natürlich für diese früheren Erlebnisse, und auch das er bereits 1968 seine ersten musikalischen Live-Kontakte mit dieser außergewöhnlichen Band aus England hatte. Carl ist einfach ein wunderbarer Mensch und eine Legende, wohnt in der gleichen Stadt wie ich und liebt die gleiche Musik wie ich. Okay, wir sind altersgemäß auch nicht so weit auseinander. Aber zurück zum Kernthema nämlich das Projekt Symphonic Floyd, das eine Herzensangelegenheit von der ebenso Rock-Legende Milla Kapolke ist.

Ich kenne mich im Pink-Floyd-Kosmos relativ gut aus und weiß natürlich das diese Ausnahmenband dieses sperrige Stück mit skurrilen Namen Atom Heart Mother nur ein halbes Dutzendmal mit Chor und Orchester aufgeführt hat. Das war damals in England 1970, teilweise mit den Original-Protagonisten, als dieses Album unter Schwerstarbeit, Konflikten und Zweifeln im Studio entstand. Aber so ein Programm wie es mir erneut am 07. Mai 2022 geboten wurde, ist einmalig weltweit, ein über 3-stündiges Programm, ein Hit-Feuerwerk der Extraklasse, kein Pardon vor Laufzeit oder Aufwand. Das hat weder irgendeine Cover-Band noch Pink Floyd selbst so perfekt hinbekommen, auch nicht 1980/81 (The Wall) auch nicht 1994 (Pulse). Aber das hat Milla Kapolke (Gesang, Bass) mit seinem Projekt Symphonic Floyd mit Unterstützung alter Mitstreiter aus der Hagener Szene um Green, Grobschnitt, Extrabreit wie Andi „Bubi“ Hönig (Gitarren, Gesang), ATS Rolf Möller (Schlagzeug, Perkussion), Deva Tattva (Keyboards), Michi Rolke (Gitarren, Saxofon, Keyboards, Gesang), sowie dem Philarmonischen Orchester Hagen sowie deren Philharmonischen Chor unter Leitung von Steffen Müller-Gabriel geschafft. Zu den weiteren Helfern komme ich später noch im Text. Diashow: Green & Symphonic Floyd, Live Dortmunder Westfalenhalle 1, 09-02-2019, Christa & Roland Koch

Ich habe schon im Mai 2019 mit offenen Mund in der geschichtsträchtigen Westfalenhalle Eins gesessen und durfte dieses über 200-minütige Multi-Media-Spektakel miterleben. Und nicht nur ich war restlos begeistert. Vorher war ich am selben Tag bei der Pink Floyd Wander-Ausstellung Their Mortal Remains gewesen und war entsprechend eingestimmt, war davor schon etwas von einem Musik-Kollegen eingeweiht worden, hatte schon exklusives Video-Material von den gefeierten Konzerten in Hagen gesehen und mich über viele Beiträge intensiv vorinformiert. Und ich habe mich natürlich darauf gefreut, diese Interaktion von fast einhundert Leuten auf der Bühne bei der Komposition Atom Heart Mother leibhaftig miterleben zu dürfen. Und es war damals gigantisch, ebenso wie diesmal. Deshalb habe ich mich noch unbändig gefreut als der Wiederholungstermin für 2020 feststand. Dann kamen diese unsägliche Pandemie und seine lange erzwungene Pause. Aber ich schweife ab und greife zu weit zurück.

Und nach dieser langen 3-jährigen Zwangspause war ich gespannt, ob dieses Programm wieder zündet. Ja hat es, und wie. Wir sind alle älter geworden, aber den insgesamt klassischen 29 Titeln hat man das nicht angemerkt. Die Band war wieder in der gleichen Besetzung angetreten, bei den beiden Chören und dem Orchester kann das nur ein Insider beantworten. Die Halle ist mittig geteilt, die große Bühne stufig aufgebaut, vorne die Band, mittig das Orchester, hinten die beiden Chöre. Man hat von allen Seiten freie Sicht auf das Szenario. Im Hintergrund eine riesige halbrunde Projektionsfläche mit beweglichen Lichtbändern am ihrem Rand. Dort laufen Animationen und Kurzfilme, alles eigene Produktionen, erstklassig eingepasst in den Ablauf des Programms. Das Orchester betritt von allen Seiten die Bühne, die Band Green, etwas unpünktlicher wie Milla sofort in der ersten Ansage bemerkt, ebenfalls. Es geht mit dem Klassiker Shine On You Crazy Diamond (Part I-V) sofort in die Vollen, dann weiter mit bekannten Doppel-Bass-Intro von One Of These Days. Milla schaut ins Rund und sucht Kontakt zum Publikum. Seine Gedanken sind nachzuvollziehen, drei lange Jahre Pause, erreichen wir die fast 5.000 Fans nach dieser langen Zeit ?? Spätestens nach dem Art-Rock-Block Fat Old Sun, Wot´s Uh The Deal, If, Astronomy Domine sind alle Musiker oben auf der Bühne warmgespielt. Der Applaus wird stärker und länger, noch deutlicher bei dem anschließenden High Hopes vom letzten regulären Studio-Album The Division Bell. Es läuft, das Eis ist gebrochen, ich sehe es in den Gesichtern der Band. Und so geht es weiter mit vielen wunderbaren Perlen dieser britischen Rock-Legende Pink Floyd. Als letzter Titel des ersten Teils kommt zu Another Brick In The Wall der vielköpfige Kinder-Chor auf die Bühne. Und diesmal ist er noch besser abgemischt, Dompteur Milla Kapolke agiert zusammen mit seinem jungen Chor, dirigiert souverän diese Meute während er selbst die Tieftöne spielt. Gänsehaut in diesen wunderbaren generationsübergreifenden Momenten. Booaah und Vorhang, da kommt eine 20-minütige Pause passend zum durchschnaufen und sortieren. Milla sagt aber schon mal was als nächstes kommt, vermutlich auch damit kein Bummler das symphonisch geprägte Kernstück des Abends verpasst oder stört. Diashow: Green & Symphonic Floyd, Live Dortmunder Westfalenhalle 1, 07-05-2022, Christa & Roland Koch

Nach der Pause geht es sofort mit Atom Heart Mother los. Und was kaum einer für möglich gehalten hat, es wird wieder wahr. Eine über 20-minütige musikalische Schlacht mit Rock-Band, Symphonie-Orchester, Blech-Bläser-Sektion, großem Chor, alles in wechselnden bunten Lichtkaskaden getaucht, animierte Filme im Hintergrund und erstklassig gemischt. Alles lebendig gespielt, keine Einspielungen von der Konserve, alles punkt- und notengenau vorgetragen. Hier Einzelne herauszustellen ist unwürdig, es war eine kollektive Glanzleistung. Manch einer der dabei war, wird vielleicht erst viel später begreifen was da passiert ist. Und wer sich dann von diesem Stück Musikgeschichte und den langanhaltenden Applaus erholt hatte, wird gleich durch Millas Ansage, jetzt geht es mit 45 Minuten Rock-Non-Stopp weiter, wieder ins hier und jetzt zurückgeholt. Das 9-teilige Mammut-Werk Dark Side Of The Moon steht an und wird ebenso aufwendig über 45 Minuten auf die Bühne gezaubert. Ich habe diese Musik inzwischen in zwei Dutzend verschiedenen Versionen Live erlebt, auch von David Gilmour und Roger Waters, aber hier wird ein Gesamtpaket geliefert das mit Orchester meines Erachtens einmalig ist, kompositorisch werden sogar viele eigene Akzente gesetzt. Und es darf auch nicht unerwähnt bleiben, das viele Helfer, beispielsweise bei Money oder auch die meist im Hintergrund arbeitenden Mudita & Manu Kapolke, damit genau dazu beigetragen haben, dass es so ein grandioses Abbild dieses Meilensteins der Rockgeschichte wurde. Gänsehautmomente erlebte die gesamte Halle beim ausdruckstarken Solo von Sängerin Lea Bergen bei Great Gig In The Sky, berechtigter tosender Applaus und stehende Ovationen.

Trotz inzwischen fast 2,5 Stunden Bühnenarbeit von allen Beteiligten ist keinerlei Müdigkeit zu bemerken. Im Gegenteil, der lang anhaltende tosende Applaus stachelt alle Musiker dazu an, noch mal einen draufzusetzen. Mit dem passenden GREEN Is The Colour geht es erst mal ruhig los, dann das Albumtitelgebende Komposition Wish You Were Here sowie mit dem Dreier Is There Anybody Out There?, Comfortably Numb und Outside The Wall drei Lieder vom Konzept-Meilenstein The Wall von 1979. Alle Beteiligten kommen am Ende zusammen, es wird sich zufrieden umarmt, klopft sich erleichtert auf die Schultern, strahlt, winkt, verbeugt sich vor den im Hallenlicht applaudierten Menschen. Ist das nun alles gewesen. Nein, auch noch einmal eine donnernde Explosion und ein dichter, goldener Konfetti-Regen fällt von der Decke auf die Besucher. Es war wieder, nach 2019 mit dem Westfalenhallen-Debüt, ein Konzert der Superlative, auf die sich das lange Warten absolut gelohnt hat. Hoffen wir, das diese Großveranstaltung, die tadellos durchgeführt wurde, der nächste Startschuss für viele weitere Spektakel in diesem ehrwürdigen Haus am Ruhrschnellweg ist. DANKE Green für euren Mut, Geduld und Durchhaltevermögen, hier ist die Hymne GREEN Is The Colour als Slogan durchaus angebracht !!

TITEL: 1. Ouvertüre — 2. Shine On You Crazy Diamond (Part I-V) — 3. One Of These Days — 4. Fat Old Sun — 5. Wot´s Uh The Deal — 6. If — 7. Astronomy Domine — 8. High Hopes — 9. Fearless — 10. Hey You — 11. The Show Must Go On — 12. In The Flesh — 13. Run Like Hell — 14. The Happiest Days Of Our Lives – Another Brick In The Wall — PAUSE — 15. Atom Heart Mother — 16. Dark Side Of The Moon (Speak To Me, Breathe In The Air, On The Run, Time, Great Gig In The Sky, Money, Us And Them, Any Colour You Like, Brain Damage/Eclipse) — ZUGABE — 17. Green Is The Colour — 18. Wish You Were Here — 19. Is There Anybody Out There? — 20. Comfortably Numb — 21. Outside The Wall (Set-Liste von Milla), Added Image (Green & Symphonic Floyd, 07-05-2022). Texte: Christa & Roland Koch

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