Schatzkisten: Blues-Rock mit Sonnenbrille und Flöte einbeinig – Auch dieser Teil zeigt deutlich die Bandbreite dieser wertigen Serie. Durchgängig sprechen wir hier wieder von Extraklasse bei Quantität, Qualität, Repertoire und Preis. Auch die Auswahl der Künstler mit Hawkwind, Hot Chocolate, Ian Hunter, Jethro Tull
ist in der Breite wieder über jeden Zweifel erhaben. Das werden auch die nächsten Teile dieser EMI-Serie noch zeigen. Um euch Rückfragen bei mir zu ersparen, ja ich habe praktisch alle Werke die bereits vorgestellt wurden, und noch kommen werden, in meinem Archiv. Freut euch auf die nächsten Teile mit Künstlern deren Namen mit L und M beginnen.
Ian Hunter Patterson, Markenzeichen sind schwarze Sonnenbrillen und lange lockige Haarmähne, ist seit Anfang der 60er als Musiker aktiv, zuerst als Bassist in der Skiffle-Band The Apex, dann seine erste eigene Band 1963 mit Hurricane Henry & The Shriekers. Danach hatte seine Karriere viele weitere Stationen, nicht nur als Musiker. Auch wenn er die 80 Lenze 2026 bereits weit überschritten hat, Ian Hunter ist immerhin schon Jahrgang 1939, gehört er mit zu den größten Rock-Sängern aller Zeiten. Ob nun mit Mott The Hoople (vorher Silence, 1969 bis 12-1974 Mott The Hoople, danach ohne Hunter dann Mott) oder Solo mit seinen eigenen Bands samt früherem Bowie-Gitarrero Mick Ronson. Sein Rockpalast-Auftritt 19. April 1980 bleibt unvergessen, er rockte 1992 beim Freddie-Mercury-Tribute-Konzert, und er hat vorzügliche Alben mit seiner Rant Band veröffentlicht, beispielsweise kam When I’m President (2012) dabei heraus. Da passt dann auch die ausgezeichnete Komplett-Aufarbeitung seiner kurzen Chrysalis-Phase, vorher hatte er aber schon die drei CBS-Alben Ian Hunter (1975), All-American Alien Boy (1976), Overnight Angels (1977) veröffentlicht, voll ins Bild.
Die From The Knees Of My Heart betitelte 4CD-Box umfasst zwar nur 3 Jahre seiner Karriere (1979 bis 1981), aber die hatten es echt in sich. Diese Zeit bildetet einen Höhepunkt in der Karriere der Ian Hunter Band. Mit seinem bestverkauften Album You’re Never Alone With A Schizophrenic (1979, plus 7-mal Bonus), enthielt auch den Hit Cleveland Rocks, legte er ein absolutes Meisterwerk vor. Aufgenommen unter anderem mit einigen Springsteen-Musikern und John Cale enthielt es reihenweise große Songs, wie Just Another Night, Cleveland Rocks oder Standin’ In My Light. Die mitreißende und von Kritikern/Fans besonders gelobte Live-Scheibe Welcome To The Club (1980, plus 2-mal Bonus) repräsentiert das komplette damalige Doppel-Vinyl mit 18 Stücken. Hier sind die Hits von Mott The Hoople mit Solo-Songs von Ian Hunter kombiniert. CD3 enthält Short Back’n’Sides (1981, plus 7-mal Bonus), produziert von Mick Ronson (verstorben April 1993) sowie Mick Jones von The Clash, sowie zahlreiche Bonus Titel aus den damaligen Sessions. Das Schmankerl ist aber eine weitere Live-Show auf CD4 die 1981 in New York aufgezeichnet wurde (gab es bisher nur als 60-minütiges VHS-Video Rocks, wer das Format noch kennt) mit ebenfalls vier zusätzlichen erstmals veröffentlichten Titeln. Mit dabei am Bass, Mark Clarke von Colosseum. Für Blues-Rock-Fans ist das Paket eine Perle, die nicht ungehört bleiben sollte.
Klar, dass man dabei ins Schwärmen kommt. Die britische Ausnahmeband Jethro Tull schlägt sich seit fast 60 Jahren durch den Musik-Dschungel und wird wohl weitermachen, solange Meister der Querflöte Ian Anderson auf einem Bein stehen und dabei Flöte spielen kann. Mehrfach gab es Best-Of’s dieser Band, 1988 fasst das Multi-CD-Werk 20 Years Of Jethro Tull – The Definitive Collection 62 Titel auf 3CD zusammen. CD1: The Radio Archives & Rare Tracks, CD2: Flawed Gems & The Other Sides Of Tull, CD3: The Essential Tull: Rares, Unveröffentlichtes und ein paar Neuaufnahmen, aber natürlich auch die wirklich großen Hits wie Aqualung, Living In The Past oder auch Locomotive Breath dürfen dabei nicht fehlen. Es sind einfach all die Hits, die Ian Anderson und Jethro Tull so berühmt gemacht haben. Die bereits 1988 erschienene Jewel-Case-Ausgabe war einer der ersten in dieser speziellen EMI-Serie. Es folgten noch einige, beispielsweise Spandau Ballet, The Specials oder Ramones. Hierbei war damals das Konzept noch üppige Best-Of verbunden mit selteneren Titeln. Später entwickelte sich das in Werkschauen bestimmter Phasen weiter, aber auch manchmal das komplette Material bei EMI. Inzwischen sind fast alle Alben von Jethro Tull in üppigen Sonderausgaben mit mehreren CD’s und oft auch zusätzlich mit DVD/BR veröffentlicht. Wer sich nicht alle Einzel-CD’s anschaffen möchte, der sollte auf eine gute Best-Of oder auf Bündel der Original Album Serie ausweichen.
Kommentar hinzufügen
Kommentare