Und es geht wieder, wie letztes Jahr, von der Ostseeküste in das Zentrum Niedersachsens. Die Unterschiede zu 2025 sind, Wetter diesmal wie in der Sahara, lokale Werbung ist gut sichtbar schon in Pattensen !! Damit wird klar signalisiert, wir sind eine lokale Veranstaltung. In der Analyse des Festivals kommen wir noch darauf zurück.
Es ist wieder angerichtet im Land-Gasthaus Jeinsen (Mittwoch), der historischen zentralen evangelischen Kirche Sankt Georg (Donnerstag) und dem Vierseitenhof Kleukers (Freitag, Samstag). Stimmt nicht ganz, denn aus terminlichen Gründen sind die beiden Freiluft-Tage zum großen Bedauern der Stammgäste und auch von Anke & Günter Kleuker in eine andere Spielstätte verlegt worden. Nun fanden die zwei Haupttage des Festivals in einer großen Halle eines ortansässigen Handwerkers statt. Hier schon einmal deutlich, die beiden Spielstätten kann man überhaupt nicht vergleichen, egal wie man versucht sie zu verschönern.
Der niedersächsische Vierseitenhof von Anke & Günter bietet, wie bereits mehrfach berichtet, eine traumhafte Freiluft-Kulisse und würdige Spielstätte für die Blues-Künstler Europas, aber leider brachte nur Joaco Rodriguez aus Cordoba internationalen Glanz nach Jeinsen. Natürlich kann eine geschlossene Halle, egal wie gut sie dekoriert ist, nicht mal annähernd mit dem Vierseitenhof und Ausstellung in der Scheune mithalten. Leinetal Online News: „Das Festival geht dann in der gemütlichen Scheune von „Nötels Poolbau“ (mitten im Ort gelegen) ins Wochenende.“ Wir würden den Termin für Ausgabe sieben des Jeinser Blues Festival, falls dieses Festival tatsächlich in die nächste Runde gehen sollte, in den Herbst terminlich nach Blues In Lehrte verlegen, dann macht eine Veranstaltung in einer Halle auch mehr Sinn. Oder man macht sie gleich drei Tage hintereinander im Land-Gasthaus Jeinsen. Egal, das ist nicht unsere Baustelle.
Wie wir von einigen Stammgästen erfahren hatten, war der Mittwoch schon eine sommerliche Blues-Party der Duo’s. Dafür sorgten Andreas Bock und seine viele Musiker-Freunde. Blues Rudy & The Domino Snakes war im Duo, Rudy mit einem Gast, zu Besuch. Rudy wird auch zusammen mit Henry Heggen den Blues-Kreuzfahrern vor der Einschiffung im Club Blauer Engel in Kiel ordentlich einheizen. Danach zwei Gitarren im Duo, Peter Schmidt und Axel Merseburger. Und auch die eine Hälfte von der BumbleBee Blues Band kamen, Uwe Hummel (Harmonika, Gesang) und Christian Franz (Gesang, Gitarre, Banjo, Harmonika, Fußstampfen), natürlich im Duo. Zuletzt noch eine kurze gemeinsame Session.
Allein für einen Besuch der evangelischen Kirche Sankt Georg, eingebettet in eine grüne Oase eines ehemaligen Friedhofs, ist ein Besuch des höchsten Punkts in Jeinsen wert. Mehr noch, wenn Kathrin & Andreas Bock in diese besonders schöne Spielstätte einladen. Der sehr erfahrene Licht- und Ton-Techniker Thomas Dettmar (Pure-Ton-Team aus Hannover) hat diesen Blues-Tempel wieder einmal effektvoll ausgeleuchtet. Der Klang über die gesamten fast 5 Stunden Spielzeit war sagenhaft. Hier zeigt sich wieder einmal, wer sein Handwerk gelernt hat, versteht was er macht und mit minimalen Equipment eine zauberhafte Musik-Kulisse schafft. Er war auch maßgeblich für die Bühnen-Dekoration in Nötels Poolbau verantwortlich. Die war richtig ansprechend und ein Hingucker. In den vergangenen Jahren konnte man hier in der Kirche immer von einem dreiteiligen Programm mit drei völlig unterschiedlichen Musik-Truppen sprechen. Diesmal war Best Of Jeinsen, Joaco Rodriguez Band und die Hildesheimer Lokal-Matadoren Kuddel Renner Bluesband eigentlich eine Session von Musikern über fast fünf Stunden. In unterschiedlichen Konstellationen standen die Musiker auf der Bühne, auch das BumbleBee Blues Duo vom Vortag spielte auch noch drei Lieder. Gewinner dieser Session waren mit Abstand Meike König und Frank Rihm. Aber auch das zweite Duo Marius Labsch (Piano) und Stephan „Roffi“ Roffmann (Bass) darf nicht unerwähnt bleiben. Die beiden Duos standen auch am Freitag mit Mrs King & Her Jewels XXL in der Halle im Mittelpunkt des Geschehens. Wer seinen eigenen Vergleich ziehen möchte, der sollte sich unsere Berichte 2023, 2024 und 2025 anschauen.
Das Aufbau-Team hatte sich wieder übergroße Mühe gegeben, vor allem um den Vierseitenhof von Anke & Günter Kleuker vergessen zu machen. Selbst Getränkeausschank, Tanzfläche und die Licht- und Ton-Technik hatten links und rechts von der Bühne ihren spartanischen Platz gefunden. Wie bereits erwähnt, ein Hingucker war die sehr schöne Bühnen-Dekoration mit akzentuierter Beleuchtung. Leider ist die Bühnen-Beleuchtung in einer Halle völlig anders zu bewerkstelligen als im Freien und leider klappte das wie immer hier nur bedingt. Auch der Sichtbereich der Zuschauer war natürlich eingeschränkt, denn der Vierseitenhof war 4-mal so breit und deshalb konnten sich dort die Fotografen und Zuschauer aus dem Weg gehen. So standen wir als Berichterstatter, trotz aller Bemühungen, immer irgendwem im Weg. Denn jeder will seine eigenen Bilder und Filmchen machen, egal wie gut sie werden. Das ging uns am Donnerstag schon an die Nerven, aber am Freitag, bei fast unerträglichen Temperaturen, war es zuletzt nicht mehr auszuhalten. Wir sind dennoch bis zum Schluss geblieben. Nach Totalausfall der kompletten Stromversorgung für Halle, Bühne und Technik war es Zappen duster und Schluss für den dritten Festival-Tag.
Noch ein paar Worte zum Programm. Ja musiziert wurde auch !! Es wurde mit der Jimmy Reiter Band, bestehend aus Jasper Mortier (Bass), Björn Puls (Schlagzeug), Horst Bergmeyer (Piano, Orgel), Jimmy Reiter (Gitarre), eröffnet. Das Osnabrücker Quartett hatte es sehr gut gemacht. Danach wie 2025 das Programm Mrs King & Her Jewels XXL mit Meike König und Frank Rihm im zentralen Mittelfeld und den Außenstürmern Marius Labsch (Piano) und Stephan „Roffi“ Roffmann (Bass). Allen Akteuren gilt unser großer Respekt, bei solchen Verhältnissen das geplante Repertoire ohne Kompromisse komplett zu spielen. Zuletzt das Voodoo-Quartett Dr. Will & The Wizards, mit wuchtigem Kontrabass, schwirrendem Banjo, magischer Gitarre und ihm höchst selbst am stampfenden Standschlagzeug. Auch diese Vier waren in ihrer gewohnten Garderobe auf der Bühne am Musizieren. Leider (oder Glück gehabt) konnten sie ihren Auftritt nur zu zwei Drittel spielen, wegen dem bereits erwähnten Ausfall der kompletten Stromversorgung. Text_Bilder: Roland Koch
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