Festival: 42. Finkenbach Festival 2026_FR – Oberzent (DE_HE)

Veröffentlicht am 18. August 2026 um 20:36

Leben im Tal – Schaulaufen: Rock am Finkenbach – Wir hatten das Vergnügen die diesjährige Hallen-Rock-Triangel (Neuberinhaus, Congress-Center, Alte Kongresshalle) erleben zu dürfen und auch danach noch die Freiluft-Rock-Triangel (Herzberg, Finkenbach, Thüringer Wald). Und nach den Hippie-Festspielen nähe Fulda in Nordhessen

war es wieder ein unvergessliches Musik-Spektakel im Hippie-Mekka Finkenbach im Odenwald und das in jeder Hinsicht !! Ruhig fließen die diesjährigen Rinnsale von Falkengesäßerbach und Hinterbach von Talaufwärts und werden am Zusammenfluss im Dorf-Zentrum zum Finkenbach. Er gibt auch dem 21 Kilometer langen Fließ-Gewässer, dem kleinen Ort und dem Sportverein den Namen. Was das Festival-Kollektiv FC Finkenbachtal 1946 dieses Jahr wieder einmal geleistet und bei diesen ultraharten Sommer-Temperaturen real umgesetzt hat, ist kaum in Worte zu fassen. Zehn internationale Formationen an zwei Tagen, jeweils mit voller 90-minütiger Spielzeit, alle haben ausnahmslos erstklassig ihre Auftritte absolviert. Auch das Rahmen-Programm mit Show und Feuer sowie Licht, Ton und Technik überzeugten wieder durchgängig. Die zwei großen Zelte für die Versorgung der vielen Menschen waren, nicht überraschend, sehr stark frequentiert und alles funktionierte wie gewohnt reibungslos. Das Catering für die Künstler, Crew und Aktivisten war im Sterne-Bereich. Käsespätzle beispielsweise, vom Mehl bis zum fertigen Produkt auf dem Teller, alles komplett handgemacht und saulecker zubereitet. Aber besonders haben uns wieder die herzlichen Finkenbacher über alle Generationen begeistert, die wie jedes Jahr hier wieder ALLES möglich gemacht haben. Die Menschen auf dem Gelände haben es ihnen durch Lebensfreude gedankt. Bilder oben L_RCliff & Bernd (Epitaph), Roland Schaeffer (Guru Guru), Heidi mit Bass-Wikinger (Pristine)

Das Zeit-Management des Guru-Fescht ist bekanntlich sehr strukturiert, der Freitag kann von nah und fern sehr entspannt zur Anreise genutzt werden, so wie auch bei uns aus dem Ruhrgebiet. Schon zur Eröffnung war das Gelände gut besucht und pünktlich um 19:00 Uhr standen vier Legenden der deutschen Rockmusik mit dem Motto „Lass dich nicht von den grauen Haaren täuschen“, Titel des aktuellen Albums, auf der Bühne. Der Multi-Instrumentalist Dave Schmidt alias Sula Bassana konnte krankheitsbedingt nicht auftreten, dafür waren die vier grauhaarigen Männer, Bernd Kolbe (Bass), Schlagzeuger Carsten Steinkämper und das Twin-Gitarren-Duo Cliff Jackson und Heinz Glass angereist und nun in der Start-Position. Und die alten Haudegen, die Mitgründer Bernd und Cliff sind immer noch äußerst vital dabei, legten trotz hochsommerlichen Temperaturen gleich los als müssten sie einem frierenden Publikum einheizen. Wer Epitaph kennt, der weiß genau was geliefert wird, geradliniger harter Rock, Gitarren-Duelle am Fließband und wunderschöne Melodien. Und nach den vier erfahrenen deutschen Urgesteinen noch einmal anschließend ein deutsches Quartett mit vier Musik-Dinos. Besetzung 1_1: Cliff Jackson (Gitarre, Gesang), Bernd Kolbe (Bass, Gesang), Heinz Glass (Akustik-, E-, Slide-Gitarre), Carsten Steinkämper (Schlagzeug).

Wir hatten schon hinter den Kulissen mit Mani Neumeier (1940), Peter Kühmstedt, Roland Schaeffer (1950) und Zeus B. Held (1950) ausgiebig gesprochen und dabei eine Menge Neues von den Gefährten des Krautrock-Kollektiv Guru Guru erfahren. Hat Mani noch vor 10 Jahren kraftvoll klein geschnittene Kohlköpfe in das Publikum geworden, so wirkt der nun mit fast 86 Lenzen schon etwas gebrechlicher. Aber wenn er hinter seinen geliebten Trommeln sitzt, am Mikro steht, seine Lurch-Maske auf hat oder auf seinen Topfdeckeln drischt, findet eine Metamorphose statt, es wirkt wie eine Verjüngungskur und sein Lächeln verzaubert dann die Menschen. Der Auftritt läuft wie gewohnt ab, ein Potpourri von Band-Klassikern, immer gewürzt mit den Einlagen der vier Musiker. Besonders Roland Schaeffer läuft diesmal wieder zur Bestform auf, allerlei Gitarren und skurrile Flöten, Saxofon, indische Nadaswaram (Kegel-Oboe), alle Instrumente eingebettet in den bunten und rhythmischen Klang-Kraut-Salat von Guru Guru. Trotz mehrerer Dutzend Auftritte, denen wir beiwohnen durften, ist es immer wieder eine Freude, diese vier legendären Männer bei der Arbeit erleben zu dürfen. Besonders wenn man diesen Musikern etwas näherkommt, auch am nächsten Morgen im Band-Hotel beim Frühstück. Besetzung 1_2: Mani Neumeier (Schlagzeug, Percussion, Kaossilator, Gesang), Roland Schaeffer (Gitarren, Saxophon, Nadaswaram, Gesang), Peter Kühmstedt (Bass, Gesang), Zeus B. Held (Keyboards, Mundharmonika, Gesang).

Nach zweimal Männer-Phalanx ist es sehr erfrischend, das um kurz vor Mitternacht mit Heidi Solheim (Gesang, Gitarre) auch eine jüngere, feurige Frontfrau die Bühne mit ihrer knallroten Haarpracht und übergroßen Präsenz entert. Damit möchten wir aber die Wikinger-Männer von Pristine aus Tromsö, dem Tor zur eisigen Arktis, nicht unerwähnt lassen. Jeder einzelne ein exzellenter Könner, Gitarrist und Heidi’s Komplize Espen Elverum Jakobsen sowie die drei Musiker an Bass, Schlagzeug und Keyboards, zusammen erzeugen sie eine rhythmische vibrierende Klangwand. Mittendrin der weibliche Derwisch Heidi, der man die Freude immer im strahlenden Gesicht ablesen kann und die zu ihrer eigenen Sicherheit auf der Bühne festgeschnallt werden müsste. Das norwegische Quintett hat ihr Programm aus eigenem, klassischen, harten Rock wieder einmal optimal präsentiert. Im inzwischen gut gefüllten Areal vor der Bühne war einiges los und die Besucher feierten fast zwei Stunden mit Pristine eine Sommer-Party. Besetzung 1_3: Heidi Solheim (Gesang, Gitarre, Perkussion), Espen Elverum Jakobsen (Gitarre), Rudi Nikolaisen (Bass), Trond Slåke (Schlagzeug), Vincent Velur (Orgel, Keyboards).

Wir sind diesmal mit größerem Team zu einem der schönsten Freiluft-Festivals im deutschsprachigen Raum angereist. Deshalb konnten wir uns diesmal die Arbeit auch etwas einteilen. Wir hatten schon im Laufes des Tages mit ihnen mehrfach Kontakt und haben uns berichten lassen, das Schlussläufer und „Finki-Hausband“ My Sleeping Karma aus Aschaffenburg, die Staffel, mit typischen Markenzeichen von langen rhythmischen von Gitarren und Keyboards getriebene hypnotische Klangreisen, souverän ins früh-morgendliche Ziel gebracht hat. Wir haben versucht in einem anderen Beitrag, Glanzlichter Finkenbach, die liebvolle Atmosphäre hier im Camp Finkenbach einzufangen. Alle Rock-Fans in Deutschland sollten die Daumen drücken, dass so ein Gala-Fest der Freude weiterhin stattfinden wird. Besetzung 1_4: Matthias Vandeven (Bass), Michael "Seppi" Caps (Gitarre), Norman Mehren (Soundboard), André Stein (Schlagzeug) Bilder_Texte: Christa & Roland Koch

Der zweite der Odenwald-Festspiele kommt in Kürze !! Seid gespannt !! Liebe Grüsse von Unterwegs !!

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