Ist die Luft raus? – Nicht bei Jones und ihrer Crew – Unsere Blues-Kommandantin Heike Reil hat wieder einmal in den Club Altes Nähstübchen in Edewecht eingeladen. Nach dem Duo Holger „HoBo“ Daub (Harmonika) & Tim Lothar Petersen (Gitarren) im Mai 2025, Trio Sonora Blues und Gäste (Juni), Bare City Blues (Kat Baloun, Micha Maass, Jan Hirte) Anfang November,
wurde nun zum ersten Treffen 2026 Jones & The Crew plus Stef Rosen an die „Gestade“ des Küstenkanals zwischen Hunte und Ems eingeladen. Und Heike, hier sei uns noch eine Anmerkung erlaubt, denn dieser wichtige Verkehrsweg verbindet unsere Heimatorte Edewecht und Dortmund auf dem Wasser. Im Sommer können wir per Kanu zum Going Up The Country oder: Weit zurück zu puren Wurzeln kommen. Allein schon bei der Nennung aller einzelner Künstler bekommt ein Blues-Fan leichte Schnapp-Atmung. Hinter jedem einzelnen Namen steht pure europäische Blues-Geschichte. Noch haben wir nicht annähernd alles in diesem Zusammenhang im MINT erzählt und es ist tatsächlich noch einiges für 2026 in Planung. Seid gespannt, bleibt Wissenshungrig. Über vier Künstler möchten wir euch schon einmal Lesefutter empfehlen, folgt bei Kat Baloun (Gesang, Harmonika), Micha Maass (Trommeln), Jan Hirte (Gitarren, Gesang) und Stef Rosen (Gesang, Gitarren) den Links. Hier noch eine kurze Anmerkung: Kat hat die Fahnen der Blues-Ladies im Buch Blues Made In Germany von Autor und Blues-Gitarrist Martin Knoch zusammen mit Ina Spang (Muddy What?) hochgehalten.
Jones & The Crew plus Stef Rosen hatten am Vortag beim 14. Winter Blues Festival 2026 in Bremerhaven die Besucher im Theater im Fischereihafen (TiF) bereits vollends begeistert. Blues-Superlative ist hier von dem Quintett geboten worden. Wir haben den Transfer von unserem Hotel im Fischereihafen Bremerhaven an den Edewechterdamm zusammen mit Stef Rosen angetreten und wir treffen dort das „Voodoo Woman“ Txako und ihre Crew, Gitarrist Jan Hirte, Pianist und Organist Matthias Falkenau und Trommler Carlos Dalelane, im Boarding-House-Hotel. Im Club Altes Nähstübchen wird schnell ausgepackt, aufgebaut, zusammengesteckt, Technik und Instrumente getunt und los geht es mit dem Programm. Zuerst wurde mit Sonora Blues im Trio Txako, Jan, Stef eröffnet. Zwei Gitarren, zwei harmonierende Stimmen und ein Repertoire, das auf Zuruf und Absprache auf der Bühne entstand. Damit wurde das Publikum, im ausverkauften Nähstübchen, schon mal in die richtige Blues-Stimmung gebracht. Es gab mehrfach spontanen Applaus, es war eine grandiose einstündige Vorstellung dieser Künstler aus drei Ländern. Auch hier zeigt sich, Blues ist universal und grenzüberschreitend. Käpt’n Rademacher (Organisator Winter Blues Festival) und 1. Offizier Helmut Stehr (Gitarrist Must B Blues) hatten es sich auch nicht nehmen lassen hier in Edewecht zusammen mit ihren ebenso leidenschaftlichen Blues-Frauen vorbeizuschauen. Und sie haben es, wie alle Anwesenden, nicht bereut, das konnten wir deutlich in allen vier Gesichtern sehen. Unten die Diaschow von Reporterin Christa Maria Lydia !!
Nach einer kurzen Pause kamen Pianist und Organist Matthias Falkenau und Trommler Carlos Dalelane aus Mozambique dazu. Matthias spielt ja auch die Bass-Sequenzen per Tastatur (wie beispielsweise Romain Thorel von Lazuli). Und der sympathische Carlos spielte mit seinen Trommeln sehr nuanciert und mit extrem dynamischer Bandbreite, unterstützte damit die solistischen Ausritte aller Musiker unaufgeregt, auch dank viel Erfahrung, Herz und Fingerspitzengefühl. Somit hatten wir mit der Voodoo-Perkussion von Txako das große Vergnügen von sechs interagierenden Instrumenten und drei Stimmen. Beim Auftritt im Juni 2025 kam dann sogar noch Frank Rihm mit Harmonika als Gast mit dazu. Leider konnte Frank diesmal nicht, denn er hatte an diesem Wochenende selbst Auftritte mit seinem Quartett The Rihm Shots. Aber ein vermeintlich spektakuläres Club-Konzert hatte dann doch auch den Kurator und Drahtzieher des Winter Blues Festival Bremerhaven in das Alte Nähstübchen nach Edewecht gelockt. Gut so, denn mit Uwe Rademacher (Must B Blues) war dann das Sextett wieder komplett. Uwe fügte sich auf Wunsch der Musiker nahtlos in das Bandgefüge ein und die Party nahm seinen Lauf.
Txako setzte immer wieder Akzente, beispielsweise bei Uwe’s Harmonika-Einsatz, als ein Mikrofon fehlte und Txako ohne Mikro Stef Rosen vokal stimmgewaltig unterstützte. Oder als sie mit ihrer lebensfrohen Art voller Stolz sagte: „Drei wunderbare Konzerte in Bremen-Borgfeld bei Claudia Hugenschmidt, beim Winter Blues Festival vor 400 Leuten, nun hier bei Heike und Familie, 3-mal ausverkauft, 3-mal großartige Feier-Kollektive, besser kann die Winter-Tour 2026 der Crew nicht ausklingen.“ Txako Jones flog am nächsten Tag von Bremen nach Sevilla und die vierköpfige Crew machte sich auf den Weg nach Berlin.
Auch wenn diesmal I’d Rather Go Blind – Tennessee Whisky in Edewecht nicht zum Repertoire gehörte (siehe Vorbericht), hatte die Crew aber mit The Thrill Has Gone (Die Luft ist raus) von Roy Hawkins & Rick Darnell (1951, die Wurzeln gehen zurück auf 1931), einen würdigen Ersatz. Joe Bonamassa veröffentlicht am Freitag den 13-02-2026 B.B. King’s Blues Summit 100, eine 32 Songs umfassende Hommage an Leben, Einfluss und Vermächtnis vom Blues Boy. Ein als Video ausgekoppelter Schnupper-Titel ist kein geringerer als eben The Thrill Is Gone, die Gäste von Joe sind dabei Chaka Khan und Eric Clapton. Warum ich das alles hier erwähne, die erlebte Live-Version dieses Klassikers, präsentiert von Jones & The Crew hier im Nähstübchen Edewecht vor 50 enthusiastischen Blues-Liebhabern, wird selbst von der Starbesetzung schwer zu übertreffen sein. Der gefühlvolle Vokal-Dialog zwischen Txako und Stef, die passgenaue Unterstützung von Carlos, Jan und Matthias, das sorgte mehrmals für spontanen Zwischen-Applaus. Die Truppe spielte sich in einen wahren Rausch. Und das nicht nur bei diesem Titel. Nicht nur Weltstars aus Nordamerika haben Blues-Gefühl, sondern auch diese multikulturelle Truppe aus Europa, die kann da ganz locker mithalten. Es war für alle Anwesenden etwas Besonderes, Musiker aus vier Ländern auf einer Club-Bühne und Publikum familiär vereint. Wir können jeden Blues-Fan nur dringend empfehlen, wer eine Gelegenheit hat diese Weltklasse-Crew mal erleben zu können, geht hin und staunt mit offenen Mund was da auf der Bühne so passiert. Ist die Luft raus? – Nicht bei Jones und ihrer Crew !!
Wir waren ja auch Bestandteil der Tour, denn wir waren über fast zwei Tage die „Roadies“ von Stef Rosen, haben viel gequatscht und geplant. Stefano erzählte dabei auch viel Persönliches; von seinen stolzen Eltern, der Region Genua, seinen Touren (auch nach China), seinem aktuellen Trio und von sich als europäischer Musiker mit italienischen Wurzeln und Lebensmittelpunkt in Deutschland. Stef Rosen: „Ich fühle mich sehr wohl in Berlin und ich möchte in meiner zweiten Heimat VIEL auftreten und meine Leidenschaft für den Blues überall mit der großen deutschen Blues-Gemeinde teilen. Und ich möchte mich bei Gesang und Gitarre noch verbessern und zusammen mit den deutschen Fans oft feiern.“ Wir waren circa 40 Stunden nonstop im Reportage-Modus und wir werden diese Erlebnisse lange in Erinnerung behalten und nicht vergessen. Bilder_Text: Christa & Roland Koch
Jones & The Crew (SP_MOZ_DE)
Sunshine On My Blues (03:23)
Treffen: Sonora Blues trifft Gäste – Edewecht (DE_NS) – Was Txako, Jan, Stefano, Carlos, Matthias, Frank hier in Edewecht im Juni 2025 geliefert haben, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Wir glauben, dass es diesen sechs fantastischen Musikern selbst nicht klar war. Wir gehen hier nicht nur mit der Musik zurück zu den puren Blues-Wurzeln, sondern auch mit der Art, wie sie damals oft in der Wiege des US-Blues zu den Menschen gebracht wurde !! Genau; die Musiker kommen im Cadillac zum ländlichen Juke Joint (Barrelhouse), im riesigen Kofferraum die Instrumente, aussteigen, einstimmen und loslegen, manchmal mit Liedern auf Zuruf aus der Menschenmenge !! Und so auch bei unserem Quintett bei den gespielten Titeln von beispielsweise B.B. King, Lowell Fulson, Bessie Smith, besonders Robert Johnson. Spontan direkt auf der Bühne kurz verabredet und dann in der Interpretation und Interaktion dieser Musiker wurde gespielt und agiert, und wie !! Das so etwas in dieser immer herzloseren, düsteren Zeit passiert, ist kein Zufall. Diese Truppe müsste 365 Tage im Jahr, dreimal am Tag vor Menschen in ganz Europa musizieren, denn die musikalischen Botschaften, die sie uns bringen, waren schon für die Menschen vor über 100 Jahren in Going Up The Country sehr wichtig. DANKE Jones & The Crew !!
Kommentar hinzufügen
Kommentare