Licht und Schatten im Studio, auf Bühnen, aber auch Privat – Bob Geldof Junior – Wo ordne ich den Iren „Sir Bob“ aus der Hafenstadt Dún Laoghaire südlich von Dublin an der Ostküste der grünen Nordsee-Insel ein. Bei den Brit-Barden, Tragischen Rockern oder den übergroßen Rock-Helden.
Ich habe mich für die Tragischen Rocker entschieden und nachfolgend begründe ich das auch. Robert Frederick Zenon Geldof, geboren am 05. Oktober 1951 (wird demnächst 75, das Alter haben viele Tragik-Rocker leider nicht erreicht) als Sohn von Evelyn (Kino-Geschäftsführerin, starb 05. Juni 1960 im Lebensalter von 45 an einer Hirnblutung) und Robert Geldof Senior (starb 2010 mit 96, im selben Jahr verstarb auch seine Schwester Cleo), wuchs in dieser unbedeutenden Kleinstadt auf. Früh verstarb 1960 seine lebenslustige, bildhübsche 45-jährige Mutter an einer plötzlichen Hirnblutung. Er wurde deshalb in der Obhut seiner beiden älteren Schwestern Cleo und Lynn groß. Cleo übernahm dann 18-jährig den Familienvorstand, weil Papa Geldof ständig als Vertreter (wie auch sein Chef, Bruder/Onkel Sonny) unterwegs war.
Schon früh während seiner Schulzeit hatte er wegen typischen jugendlichen Bagatellen und Streichen schwer Stress mit Vater und der von katholischen Geistlichen geführten Schule. Der Bruch mit seinem Vater und die strenge von ihm und der Schule führten zu gesundheitlichen Problemen und zu Schlechtleistung, Misstrauen und Isolation. Auch auf dem renommierten Blackrock-College in Dublin, dort wurde er als schlechter Rugbyspieler und wegen seines zweiten Vornamens Zenon gemobbt, setzte sich das alles fort und die Kluft zwischen Lehrer sowie Vater wurden immer größer. Noch viel schlimmer wurde es dann, als sich Bob für die Rolling Stones begeisterte, sein Vater aber die Beatles verehrte. Nach dem College arbeite er in vielen verschiedenen Jobs, als Schlachter, Straßen-Bauarbeiter und in einer Erbsen-Konservenfabrik in Wisbech (England). Zuletzt war er als Journalist beim kleinen lokalen Musik-Magazin The Georgia Straight in Vancouver, Kanada engagiert. Zudem moderierte er auch kurzzeitig als Gast die Kindersendung Switchback der Canadian Broadcasting Corporation.
The Boomtown Rats – Zurück in Irland arbeite er 1975 weiter als freier Musik-Journalist, inspiriert dadurch fing er nun selbst an zu musizieren, gründete 1975 in seiner Heimatstadt (in der Küche von Gitarrist Garry Roberts) zusammen mit fünf Mitstreitern die Rhythm & Blues Band The Nightlife Thugs, aus denen kurze Zeit später in England nach Wechsel des Stils die Boomtown Rats (Arbeiter in Ölfeldern aus dem Buch Bound For Glory) wurden. Die weiteren vier Gründer, Johnnie Fingers (Keyboard), Pete Briquette (Bass), Gerry Cott (Rhythmusgitarre) und Simon Crowe (Schlagzeug). Sie bekamen lukrative Angebote von großen Labels, schlossen aber einen Vertrag bei der kleinen Firma Ensign ab. Vier Alben, die erfolgreiche Hit-Single Rat Trap sowie der internationale Mega-Hit I Don’t Like Mondays (1979), das vom Amoklauf der 16-jährigen Brenda Ann Spencer 1979 in San Diego inspiriert wurde, waren die Spuren die das Sextett in nur vier Jahren hinterließ.
Danach wurden noch V Deep (1982) und In The Long Grass (1984) für Mercury veröffentlicht. Cott verließ die Gruppe 1981. Sie blieb bis kurz nach dem Live-Aid-Konzert von 1985, das von Bob Geldof organisiert worden war, bestehen. 1982 gab Bob Geldof, der auch fast alle Lieder der Rats schrieb, ein erfolgreiches schauspielerisches Gastspiel in der Hauptrolle Pink im Spielfilm Pink Floyd – The Wall (Regie: Alan Parker). Den Film sah ich Mitte August 2021 Live vertont mit der Musik der italienischen Prog-Rock-Band RanestRane aus Rom. Mit ihren im New Wave verpackten politischen Botschaften beeinflussten sie nachhaltig viele spätere irische (aber nicht nur) Bands. 1986 wurden die Rats nach ihrer letzten Tour erstmals in den frühen Ruhestand geschickt. Im Juni 2013 dann aber wieder extra für das Isle Of Wight Festival; mit Bob Geldof, Garry Roberts, Pete Briquette und Simon Crowe fast in Original-Besetzung; plus Alan Dunn und Darren Beale doch wieder reaktiviert. Sie veröffentlichten dazu auch die Mercury-Kompilation mit dem Titel Back To Boomtown: Classic Rats Hits (16 Titel). 2025 fanden sich die Boomtown Rats erneut für eine UK-Tournee (12 Auftritte) anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens wieder zusammen. Begleitend erschien am 19. September 2025 die Doppelalbum-Kompilation The First 50 Years: Songs of Boomtown Glory auf Vinyl und CD. Warum soll „Sir Bob“ das einer Tribut-Band überlassen.
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