Box: Grand Funk Railroad – EMI 8 (US_MI)

Veröffentlicht am 23. September 2026 um 22:20

Schatzkisten: Grand Funk aus Flint (Michigan) – Der größte Teil der Classic-Rocker kommt von den britischen Inseln, aber es gab immer wieder auch US-Truppen die in dieser Früh-Zeit großartig aufspielten. Eine davon ist die 1968 gegründete US-amerikanische Rock-Band Grand Funk Railroad, aus Flint (Michigan).

EMI hatte in der Zeit von 2010 bis 2015 im Bereich Bündelung von Original-Alben als Pakete (Klein-Budget-Serien) von drei bis sechs CD’s die Preis-Leistung-Referenzqualität !! Es gab auch die CD-Boxen Original Album Serie (Warner, 5CD) und Original Album Classics (Sony/BMG, 3CD oder 5CD) im Platz sparenden Papp-Schuber. Da waren die einzelnen Original-Alben (je CD ein Album) in einfachen Papp-Taschen (Cardboard-Sleeve), Mini-LP-Hüllen im Replica-Design und ohne Booklet und weitere Informationen sowie meist aber auch ohne Bonus-Titel und aktuelles Re-Mastering. Für Liebhaber die fast lückenlos die Entwicklung der Geschichte oder Teil-Geschichte der/des Künstler/s mittels Alben und Bonus-Material verfolgen möchten, bot EMI damals die preiswerteste Alternative zu den teils nicht mehr verfügbaren und/oder teuren Einzel-Alben/Singles.

Auch wenn man den Output eines Künstlers beziehungsweise Band sowie eines Labels (Charisma, Decca, Harvest, Island, Motown, Vertigo, Virgin) auf zwei Boxen verteilt hatte, wie beispielsweise Groundhogs, Gentle Giant, Steeleye Span, Robin Trower, Tangerine Dream oder UFO, die Quantität und Qualität bleibt immer gleichbleibend hoch. Bei den Label-Übersichten von Island und Virgin sind die sechs verschiedenen 3CD-Boxen sogar nach Zeit und/oder Thema gegliedert. Leider sind heute viele Ausgaben nur noch auf dem Gebraucht-Markt zu haben, man muss geduldig suchen, aber es lohnt sich sehr. Es gab noch eine zweite parallele Serie von EMI Classics, mit zwei Dutzend dicken Paketen der EMI-Künstler der 50er und 60er. Hier werden in ähnliche Ausstattung beispielsweise Helden wie Shirley Bassey, Donovan, Hermans Hermits, Hollies oder Shadows umfassend vorgestellt. Wieder kann der Schatz-Jäger über einen kleinen Erfolg berichten, lange gesucht aber jetzt für SchoTTische einstellige Anzahl von Euronen die The Rock´N´Roll Years 1958-1963 von Cliff Richard eingesammelt. Also weiter suchen lohnt sich sehr, immer AUGEN AUF !!!

Leider zahlt der Käufer heute eh fast nur noch Logistik und Vertrieb. So kommt es, dass man beispielsweise wie bei Peter Tosh, alle sechs Studioalben, plus Bonus-Titel, plus komplettes unveröffentlichtes Live-Konzert, alles 2012-Remastered, plus tolles informatives Booklet in 6-CD-Box für damals um die SchoTTischen 10 Euro bekommen konnte und im anderen Fall reinfällt mit einem Einzel-Album im vermeintlich wertigeren Digi-Pak ohne Bonus oder Mehrwert für den gleichen oder höheren Betrag. Nachfolgend stelle ich hier in Teil 8 der Serie nun wieder weitere interessante dicke Dinger vor. Weitere Beiträge folgen. Also noch einmal: IMMER AUGEN AUF !!!

Die Bandbreite von drei Formationen mit Anfangsbuchstaben G sind hier im Teil 7 bis 9 dieser Serie wieder mal enorm. Von der schottischen Progressive-Rock-Band Gentle Giant über die funkigen US-Klassik-Rocker Grand Funk Railroad bis zu den britischen Blues-Hard-Rockern The Groundhogs.

Der größte Teil der Classic-Rocker kommt von den britischen Inseln, aber es gab immer wieder auch US-Truppen die in dieser Früh-Zeit großartig aufspielten. Eine davon ist die 1968 gegründete US-amerikanische Rock-Band Grand Funk Railroad, aus Flint (Michigan), die in ihren ersten Jahren, trotzdem sie künstlerisch umstritten waren, dennoch großen Erfolg bei Musik-Konsumenten hatten. Ein Konzert am 09. Juli 1971 (New York Shea Stadium) war beispielsweise schon nach 72 Stunden ausverkauft, der sechs Jahre zuvor aufgestellte Einnahmerekord der The Beatles damit übertroffen. Album-VÖ bis 1976 am Fließband, teilweise 3 pro Jahr, Hit auf Hit, von den Kritikern regelmäßig verrissen, vom Publikum aber heiß geliebt. Die Jugend-Freunde Mark Farner (Gitarre, Gesang), Don Brewer (Schlagzeug, Gesang), beide vorher zusammen mit Terry Knight (Sänger, DJ, Produzent, 2004 ermordet) bei The Pack sowie noch Mel Schacher (Bass, Gesang) sind von Beginn der kreative Kern, sie sind und waren An American Band! In den 70ern schafften es Grand Funk Railroad eine großartige Alternative zur britischen Prog-Rock Maschinerie anzubieten. Und das mit ihrem kraftvollen, genreübergreifenden Stil, dazu noch extrem erfolgreich. Sie waren nicht nur im Studio fleißige Kreativ-Arbeiter, sondern tourten ausgiebig und spielten weltweit in ausverkauften Arenen.

Auf den beiden Zusammenstellungen, passend Trunk Of Funk Volume 1 (08-2017) und Volume 2 (08-2017) genannt, sind nun die 12 Alben für Capitol Records auf je 6 CD enthalten. Mit dabei sind im ersten Teil klanglich Aufbereitet die ersten vier Alben der Band: Ihr 1969 veröffentlichtes Debüt On Time (plus 2), ihr drei Veröffentlichung aus dem Jahr 1970 (etwas das bis heute noch außergewöhnlich ist für eine sehr bekannte Rockband), Grand Funk (auch The Red Album, plus 2), Closer To Home (plus 4) und Live Album, alle inklusiven Bonustracks, natürlich bisher unveröffentlicht. Außerdem sind auf Volume 1 die beiden 1971er Alben: Survival (plus 5) und E Pluribus Funk (plus 4). Für alle 12 Werke der US-Rocker Volume 1 & 2 wurden jeweils die originalen Mixe von Dave Tedds benutzt. Außerdem enthält jede Box eine Einleitung von Malcolm Dole sowie alle ursprünglichen Album-Informationen. Ein pralles Stück Rockgeschichte der 70er zum Wiederentdecken und zum deftigen Abrocken. Jeder Classic-Rocker sollte zumindest Teil eins dieser Werkschau in seinem Archiv haben.

Die Darreichungsform der beiden Boxen von Grand Funk Railroad sind etwas anders als die anderen EMI-Schatzkisten. Hier ist alles mit Papp-Box, Mini-LP-Hüllen im Replica-Design (Cardboard-Sleeve) und wie gewohnt ordentlichen Booklet noch etwas edler. Der Umfang von Volume 2 ist ebenfalls üppig und besteht aus, 1972: Phoenix (plus 1), 1973: We’re An American Band (plus 4), 1974: Shinin’ On (plus 2) und All The Girls In The World Beware, 1975: Caught In The Act und Born To Die (plus 2). Die direkten Konkurrenten des britischen Hard-Rock-Kleeblatt, taten sich in dem Territorium zwischen Dänemark und Island erwartungsgemäß sehr schwer. Aber in anderen Regionen der Welt, auch in Kontinental-Europa, verfielen viele Fans dieser Melange aus rockigeren Blues, Boogie, Funk, Soul und Pop, alles gewürzt mit den typischen eisenbahnharten Grooves. Nach dem sechsten Album E Pluribus Funk (1971) trennten sich die Wege von Band und Produzent Terry Knight (produzierte auch die Texaner Bloodrock), was wie auch in ähnlichen anderen Fällen zu jahrelangen Streitigkeiten führte. Als viertes Dauermitglied steigt ab Phoenix (1972) mit Craig Frost (Keyboards) ein weiterer Freund des Trios in die Heavy US-Eisenbahn ein.

Mit diesen personellen Änderungen wird nun auch in der musikalischen Ausrichtung ein neuer Weg beschritten. Schon ab dem folgenden Album We’re An American Band (1973), das vom US-Tausendsassa Todd Rundgren produziert wurde, bleiben Härte und Groove etwas auf der Strecke, lässiger Pop und Soul nehmen immer mehr Raum ein. Der großen Funk-Rock-Lokomotive geht langsam der Dampf aus und mit nachlassender Geschwindigkeit wird noch das Album Born To Die (1975) VÖ, dann steht die Lokomotive und das Personal verlässt den Arbeitsplatz. Alle späteren Aktivitäten der vier Musiker als Neuanfang, Reunion, Mitarbeit, Solo waren weniger erfolgreich, der mächtige Dampf-Druck im Kessel war tatsächlich raus. Ich möchte an dieser Stelle auch noch auf den aktuellen sehr fundierten RZ-Beitrag über Grand Funk Railroad hinweisen. Da finden die Fans auch alle weiteren Informationen zu den hier kurz erwähnten zwölf Alben und den US-Rockern aus Flint (Michigan). Bilder: Cover, Text: Roland Koch

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