Portrait: Atomic Rooster MK II (UK)

Veröffentlicht am 21. März 2026 um 14:07

Moderner Anspruch mit Tradition der Klassiker – Diese großartige Band aus England habe ich in deren Hochphasen leider immer wieder verpasst und dann waren sie plötzlich mehrfach kurz, am Ende sogar Jahrzehnte, völlig vom Musikmarkt verschwunden. In der Geschichte unter Brit Barden wird es deutlich warum das so war.

Nichtdestotrotz habe ich durchgängig über die gesamte Zeit immer wieder ihre schönen, kraftvollen Lieder gehört. Der Düster-Rock-Beauftragte Vincent Rodney Cheesman gehört eigentlich auch zu den tragischen Gestalten der Rockmusik. Er hat mittels seiner Bruderschaft und mit seinen außergewöhnlichen Visionen Musik geschaffen, die der von Black Sabbath, Black Widow oder Blood Rock mindestens ebenbürtig war. Aber die damals angebeteten Dämonen meinten es nicht so gut mit ihm. Ebenso mit seinem geistigen Bruder, dem inzwischen fast 85-jährigen „Gott des Höllenfeuers“, Arthur Wilton-Brown (24-06-1942) aus Whitby, England, der zwar viel länger lebte, aber auf ewig in seiner Höllenfeuer-Zeitschleife feststeckt.

Als ich 2017 gewahr wurde, dass sich eine neue Formation um Peter French (Gesang) und Gitarrist Steve „Boltz“ Bolton (08. November 1949, Manchester), mit dem vollen Segen von Vincent‘s Witwe Jean Cheesman, gebildet hatte und auch Konzerte in Kontinental-Europa geplant waren, war meine Freude grenzenlos. Bereits 2016 wurde Atomic Rooster mit Erlaubnis von Crane’s Witwe, Jean: „ihr müsst aber auch neues Material aufnehmen“, in dieser neuen Quintett-Besetzung reformiert. Der erste Auftritt war ein unauffälliges Warm-Up in Clitheroe, (Lancashire) am 14. Juli 2016. Die Besetzung bestand damals aus Pete und Steve sowie dem Keyboarder Christian Madden (The Earlies, Tokolosh), dem Bassisten Shugg Millidge und dem Schlagzeuger Bo Walsh (Gabrielle’s Wish). Schon 2017 kam der Multi-Instrumentalist Adrian Gautrey (Little Wing) für den ausscheidenden Madden in die Band. 2019 wurde dann noch Walsh durch Paul Everett ersetzt.

Danach kamen diese schreckliche Pandemie mit all ihren Exzessen und meine Hoffnung sank wieder, diese wunderbare Band doch noch einmal Live erleben zu dürfen. Die geplanten Konzerte, natürlich auch bei allen Festivals, wurden gestrichen oder verschoben. Auch wenn Vincent schon lange Sternenstaub ist, Pete und Steve haben eine Menge vom klassischen Material damals eigenhändig eingespielt und mitgeprägt, waren mit der Band Anfang der 70er auf vielen Bühnen weltweit aktiv. In der letztgenannten Besetzung haben wir dann Atomic Rooster Anfang September 2022 beim 2 Days Prog + 1 Festival am Lago Maggiore nun doch noch erlebt. Die Erlebnisse dort mit Adrian, er ist heute der Sänger und das zentrale Element bei Atomic Rooster, werden wir nie vergessen. Zwei weitere Begegnungen folgen 2023 im Vogtland und Thüringen. Folgt den Links und lest über unsere Erlebnisse aus dem Piemont, Reichenbach und Waffenrod dort weiter nach.

Nachdem Sänger Peter French nun, hauptsächlich wegen des anstrengenden Tour-Lebens, nun wieder ausgestiegen ist, macht der Rest der atomaren Hähne nun richtig Druck im Kessel. Steve „Boltz“ Bolton, Paul Everett, Shugg Millidge, Adrian Gautrey haben sich jahrelang kreuz und quer durch Europa gespielt, noch mit Pete in Rom Live In Studio (2023) aufgenommen und sind damit die dauerhafteste Inkarnation von Atomic Rooster überhaupt. Was liegt nun näher als der nächste Schritt, den sie nun als Quartett gehen und mit dem Album Circle The Sun veröffentlichen. Steve: „Mit modernen Anspruch steht es ganz in der Tradition der Klassiker von Atomic Rooster. Vince würde diese Scheibe lieben, das ist mit das Wichtigste an allem.“ Und das Album hat tatsächlich den Geist des manischen Mönchs Vincent Crane. Dafür sorgen vor allem die großartigen Kompositionen, das Zusammenspiel des Quartetts und das magische Orgelspiel sowie der Gesang von Adrian Gautrey. Die Jünger von Atomic Rooster mussten 43 lange Jahre warten, aber es hat sich sehr gelohnt !!

Hier geht es zur Werkschau Atomic Rooster MK I mit Bildern und Diashow !!

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