2008 gründete Aaron Brooks in Akron/Ohio (Heimat von The Black Keys, Devo) mit den Kumpels Joe Kidd, Rick Phillips, Spider Monkey eine Rock-Band namens Simeon Soul Charger (Name ohne zuordnenbare Bedeutung), nahmen dort direkt zwei Alben auf. 2011 zogen sie von Ohio ausgerechnet in die tiefste bayerische Provinz, gründeten hier eine Bauernhof-WG.
Sie veröffentlichten bis 2015 drei zwar gute, aber ebenso recht unbeachtete Studioalben bei Gentle Art Of Music (GAOM) von Lang-Wallner in Freising. Sie spielten vor allem im Süden Deutschlands, den angrenzenden Nachbarn und Italien und galten immerhin als ziemliche kultige Live-Band. Ihre Musik war immer einprägsam, varaiantenreich und gut gemacht. Aber es ist wie so oft, wenn du keine größere Fanschar dauerhaft erreichst und bindest, dann bleibt die große Karriere in weiter Ferne. 2016 verließ er sein US-Quartett, das löste sich folgerichtig dann kurz danach auf. Brooks hatte mit Depressionen, Panikattacken, Bühnenangst und Schreibblokade zu kämpfen. Auch das ist nichts Ungewöhnliches, denn, wenn man eigentlich großartig seine Arbeit und zeitgemäße eigenständige Musik macht, aber ohne signifikanten Erfolg, dann entstehen Zweifel, Not und negative Gedanken. Aaron hat eine fantastische Stimme und die Art wie er sie benutzt ist ebenso professionell. Das hatte auch Kalle Wallner (RPWL) festgestellt und Aaron als Gast-Stimme für Liquid (2016) seines Solo-Projekt Blind Ego eingesetzt. Bis hierhin erinnert er uns von seiner Geschichte an den leider Ende 2023 überraschend verstorbenen Briten Denny Newman. Bilder oben: Promo, Cover
Aaron ging auf die Suche nach Mitstreitern für eine Band und für das Album Solo-Debüt Homunculus (künstlich geschaffener kleiner Mensch, 10-2018, GAOM). Mit Schlagzeuger Max Hüber und Tasten-Virtuose Benedikt Wiedemann sind hier bereits zwei Mitglieder seines The Bone Cirkus aktiv dabei. Es ist wieder ein 50-minütiges Rock-Album das eine große Bandbreite und Qualität abbildet. Für uns keine Überraschung bei Aaron Brooks und wenn Lang-Wallner auch wieder die Finger im Spiel hatten. Inzwischen sind noch Basser Martin Frank aus Österreich und der Italiener Christian Draghi an Leadgitarre und Mandoline beim Knochen-Zirkus dabei. Sie sind nun als internationales Quintett ständig unterwegs und bespielen nicht nur die Club-Bühnen Europas, hoffentlich demnächst auch die ganz großen Bühnen. Sein mit Spannung erwartetes zweites Album Juggernaut soll noch in diesem Jahr erscheinen. Schaut auf Aaron’s Webseite vorbei, da könnt ihr euch per Musik und auch Visuell Appetit holen. Bild unten: Promo (F: Tanja Brooks), Text: Roland Koch
Simeon Soul Charger
2009: Simeon Soul Charger (CD)
2010: All Rather Dead (CD)
2011: Meet Me In The Afterlife (CD)
2012: Harmony Square (CD)
2013: Cain & Able (7", Single, Num)
2014: A Trick Of Light ()
2013: Theatron, Seebühne Olympiapark, München (2×CDr, Album)
2013: Humulus Lupulus Open Air, Vieth, G (2×CDr, Album)
2015: ...Before There Was Light (3×LP, Album, Comp)2015: Simeon Soul 2025: Charger Presents Various – The Hiraeth Compilation Vol. 1 (CD)
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