Portrait: Bröselmaschine – Peter Bursch (DE_NW)

Veröffentlicht am 1. April 2026 um 23:07

Dynamischer, progressiver Rock mit Zutaten aus Folk & Psychedelic – Die 1968 in Aachen gegründete Bröselmaschine ging aus der Folk-Band Les Autres (1966) hervor. Der Bandname leitet sich von einem Gerät zum Zerkleinern von Haschisch ab. Die Bandmitglieder lebten in einer Kommune im Duisburger Dellviertel und gehörten Ende der 60er zu den deutschen Rock-Gruppen der ersten Stunde.

Die Band bestand bei ihrer Gründung aus Peter Bursch (Gitarre, Sitar, Gesang), Willi Kissmer (Gitarre, Gesang), Lutz Ringer (Bass), Jenni Schücker (Gesang, Flöte), Michael Hellbach (Perkussion). Die Gruppe löste sich 1973 auf, aber 1974, 1975 und 1984 erfolgten Neuformationen. Seit Dezember 2005 ist die Band, initiiert durch einen WDR-Rockpalast-Fernsehmitschnitt bei dem auch der Mülheimer Helge Schneider mitwirkte, wieder auf Tourneen und den Bühnen Deutschlands. Aus der Formation von 1975 waren noch Gründer Peter Bursch und Basser Detlef Wiederhöft (Ausstieg dann September 2025) dabei, Gitarrist Michael Dommers spielte in der Formation seit 1983. Langjähriger Schlagzeuger der Band war Waldo Karpenkiel. Keyboarder Tom Plötzer und Trommel-Virtuose Manni von Bohr sind seit 2005 feste Mitglieder, und Liz vervollständigte die Formation Ende 2014. Sie gab das Mikro später an Stella Tonon ab. Ergänzt wurde die Band gelegentlich durch Perkussionist Nippy Noya oder Pitti Hecht. Das Herzberg Festival ist praktisch das Wohnzimmer von Peter Bursch, regelmäßig jedes Jahr gibt er dort einen Freiluft-Gitarren-Kurse.

Mit Bröselmaschine spielte Peter dort ebenso gerne. Das Konzert 2007 wurde, zusammen mit einem Auftritt Harmonie Bonn (und Gedanken vom Haniel Open Air Duisburg, sowie Interviews mit allen), von Rockpalast aufgezeichnet und als DVD und Doppel-CD Mai 2008 veröffentlicht. Mit Indian Camel veröffentlichte die Band im Juni 2017 nach einjähriger Arbeit ein weiteres (fünfte) Studio-Album nach 32 Jahren. An der Produktion wirkten als Gäste unter anderen Helge Schneider, Lulo Reinhardt und Nippi Noya mit. Als Inspiration für den Albumtitel und die Songs dienten Gitarrist Peter Bursch die orientalischen Abenteuergeschichten von Karl May, die er in seiner Kindheit mit Vorliebe las. 2018 feierte die Band das 50-jährige Bestehen und ihr langjähriges Schaffen mit verschiedenen Konzerten, unter anderem beim Herzberg-Festival mit vieln Gästen sowie mit einer Ausstellung in der Cubus-Kunsthalle Duisburg. Ebenso erschien die Retrospektive It Was 50 Years Ago Today. Das sechstes Studioalbum Elegy (Gäste: Helge Schneider (Saxophon), Tamara Sidorova (Violine) erschien Oktober 2019.

Was gäbe es nicht noch alles über den Gitarren-Lehrer der Nation Peter Bursch und seine Bröselmaschine zu berichten. Da kommt schon einiges zusammen. Und deshalb fangen wir hier im Portrait garnicht erst damit an. Peter hat seit wir ihn kennen, etwa genauso lang wie es die Bröselmaschine gibt, stets ein Lächeln im Gesicht und ist wahrlich ein echter Gentleman des Kraut-Rock. Wir können uns noch lebhaft an seinen Auftritt 50 Jahre Herzberg am 26. Juli 2018 erinnern, mit einer Bühne voller Gäste. Peter Bursch´s Bröselmaschine der mit den fünf Kern-Brösel-Maschinisten sowie weiteren Premium-Kumpels, Steffi Stephan (mit weißen Udo-Panik-Bass), Nippy Noya, Lulo Reinhardt, Henrik Freischlader, Jan Friede Wolbrand, Sümer Ezgü auch gleichzeitig sein eigenes 50er Jubiläum hier am „Beerrsch“ würdig feierte. Einen Tag später, am 27. Juli 2018, starb Mitgründer Willi Kissmer (Gitarre, Gesang) nach langer schwerer Krankheit. Folgt unten den Weiterleitungen zu anderen Beiträgen und schaut euch die Diashow Herzberg 2018 an. Bilder_Texte: Christa & Roland Koch

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