Brit Barde: The Outer Limits – Acid Gallery – Christie (UK)

Veröffentlicht am 28. Februar 2026 um 08:31

Zehn Jahre, zehn Bands, nur der Gelbe Fluss fließt bis heute – Wir verfolgen die Vorgehensweise der Musik-Industrie, im Kleinen wie bei MIG, Tempus Fugit oder vielen weitere, sowie im Großen bei UMG, Warner oder Sony, sehr genau. Bei allen geht es im Kern darum die Kosten durch Verkäufe zu decken. Und mit einem schier endlosen Strom von Produkten wird die kaufkräftige Zielgruppe,

die aber gerade am Aussterben ist, mit diesem Material ihrer Lieblinge weiter versorgt. Und natürlich fängt man bei den bekanntesten Formationen an, damit ist auch am meisten Geld zu verdienen. Wenn man dann die Archive komplett geleert hat und das Material, egal wie minderwertig, in der x-ten Veröffentlichung recycelt und vermarktet hat, dann müssen neue Ideen her wie man den aussterbenden Musik-Konsumenten das Geld weiter aus der Tasche zieht. Es gibt aber auch sinnvolle Veröffentlichungen von uralten Material. Die werden meistens von kleinen, aber feinen, Labels in die Welt gebracht. Und das sind wie immer genau unsere Themen !! Bilder L_R: Acid Gallery Promo, Cover The Outer Limits CD-Kompilationen

Damit kommen wir zu diesem Beitrag, über eine Band, die fast jeder kennt und im Prinzip nur den bekannten Hit Yellow River hatte. Der wird bis heute in Dauerschleife weltweit massenhaft gespielt. Gut so, denn damit verdienen die Musiker (wenn auch nur einer) auch bis heute Geld. Wer sich mit einer seiner Lieblingsgruppen beschäftigt, der möchte irgendwann vielleicht auch wissen was die Mitglieder sonst so gemacht haben. Und genau dazu kommen wir, nicht ohne Grund, hier mit Jeffrey Christie und seine Kumpels bei The Outer Limits, Acid Gallery, Christie und China.

Die Pop-Gruppe The Outer Limits aus Leeds in England, war Ende der 1960er eine damals typische Gruppierung junger Briten, die sich landesweit massenhaft formierten. Das Quartett hat überhaupt nichts mit den beiden nordamerikanischen Mystery-TV-Serien zutun und auf ihren Namen habe sie „Urheberrecht“. Die Mitglieder, alle aus Leeds, waren: Jeff Christie, siehe den weiteren Text unten. Gitarrist und Saxophonist Gerry Layton verließ die Band schon Ende 1967 kurz vor ihrer November-Tournee mit Jimi Hendrix (Pink Floyd, The Move, Amen Corner) und wurde durch Steve Isherwood ersetzt. Layton nahm 1968 eine Stelle als Toningenieur bei Yorkshire TV an und arbeitete dort über 30 Jahre. Gerry Smith (Bass) arbeitete in den 70ern zusammen mit der John Verity Band. Die beiden Schlagzeuger Stan Drogie (Ausstieg Anfang 1968) und Rod Palmer sowie Gitarrist Steve Isherwood (verstorben 2018) haben nur bei The Outer Limits signifikante Spuren hinterlassen. Die Truppe aus Leeds hatte es leider nicht geschafft ein Album zu veröffentlichen, obwohl das Material dafür aufgenommen worden war und lange in den Archiven schmorte. Dafür haben sie es von 1965 bis 1968 immerhin auf vier Singles gebracht, zwei sogar bei Deram (Sub-Label Decca). Die raren Sammlerstücke werden heute zu saftigen Preisen gehandelt. Vielleicht hätte The Outer Limits eine weitere Chance gereicht und sie wären dann erfolgreich durchgestartet.

Und die Nachfrage der Fans bringt immer wieder kleinere aber feine Labels auf den Plan. Und wenn es auch noch weiteres Material gibt, bekommt man auch einen kompletten Silberling, oder wie hier bei Strawberry Records (CR2JAM38) sogar zwei, voll mit den remasterten Pop-Rock-Perlen der Mitte 60er. Auf der im August 2025 veröffentlichten Just One More Chance – The Anthology 1965-1968 (6-seitig Digipak, 16-seitiges Booklet, Text: Lois Wilson) sind insgesamt neunzehn beziehungsweise achtzehn Titel aufpoliert auf CD veröffentlicht worden. Was ist hier alles versammelt. Der erste Titel ist When The Work Is Thru' von der Split Single zusammen mit der R&B-Soul-Band The 5 Man Cargo (What A Wonderful Feeling) auch aus Leeds. Die Titel 1-2 bis 1-15 sind bisher unveröffentlicht, Titel 1-16 (Help Me Please) und 1-18 (Just One More Chance – Single Version) ursprünglich veröffentlicht als Single Just One More Chance. Titel 1-17 sowie 2-3 bis 2-18 ursprünglich veröffentlicht auf Jeff Christie als The Outer Limits: Floored Masters – Past Imperfect. Titel 1-19 ursprünglich veröffentlicht auf The Outer Limits Single als Great Train Robbery (Instant Single Version), Titel 2-1 (Great Train Robbery, Immediate Single Version) und 2-2 (Sweet Freedom, Single Version) wurde ursprünglich veröffentlicht als Promo-Single bei Immediate Records (IM067). Bereits 2008 gab es eine ähnliche 2CD-Zusammenstellung (43 Titel) von Angel Air Records (SJPCD259). Da die unveröffentlichten Demos zwischen 1966 und 1968 von The Outer Limits aufgenommen wurden, lässt sich nicht genau feststellen, wer auf diesen Titeln Rhythmusgitarre und Schlagzeug spielte. Das ist vermutlich auch der (rechtliche) Grund warum sie nun erst so spät veröffentlicht wurden.

Nach Auflösung von The Outer Limits gab es noch ein Kurz-Zeit-Projekt mit der britische Gesangsgruppe Acid Gallery, hier arbeitete Jeff Christie bereits mit Mike Blakely und Vic Elmes (vorher The Epics) sowie Alan Ross am Bass zusammen. Für die Nachwelt mit Dance Round The Maypole und Right Toe Blues nur zwei Titel auf einer Single (CBS 4608, 1969). Christie war eine britische Popband der 1970er Jahre. Jeff Christie (12. Juli 1946 in Leeds – Gesang, Gitarre, Bass, Keyboards) begann seine Karriere bei verschiedenen Bands, unter anderem bei den The Outer Limits. Bereits 1968 schrieb er den Titel Yellow River und bot ihn den Tremeloes an. Diese nahmen das Lied auch auf, verzichteten aber auf eine Veröffentlichung.

Stattdessen gründete Jeff Christie später kurzerhand eine eigene Band Christie, zu der neben dem Gitarristen Vic Elmes (10. Mai 1947, Dagenham, Essex – Gitarre) auch Michael „Mike“ Blakely (12. Januar 1947, Bromley, Kent – Schlagzeug, Klavier, bis 1971), der Bruder des Tremeloes-Mitglieds Alan Blakely, gehörte. Der Produzent Mike Smith entfernte bei Yellow River die Gesangsspuren der Tremeloes und ließ Jeff Christie den Gesang neu aufnehmen. In dieser Version wurde der Song zu einem Welterfolg. Mit San Bernadino konnte die Band direkt an den Erfolg anknüpfen. Doch schon vor dem zweiten Album verließ Mike Blakely 1971 die Band. Dafür kam Paul Fenton (04. Juli 1946 Huddersfield, Yorkshire – Schlagzeug ab 1971, später Carmen, T. Rex), und 1972 stieß Howard „Lem“ Lubin (1944 in Hampton, London – Bass ab 1971) als Bassist zur Band. 1974 formierte sich die Band mit Roger Flavell (Bass), Danny Krieger (Gitarre) und Terry Fogg (Schlagzeug) neu. Trotz dieser mehrfachen Umbesetzung kehrte der Erfolg nicht mehr zurück, und so beendete Christie 1976 sein Bandprojekt. Danach versuchte es Jeff Solo und Vic mit einer Band namens China, und er tourte auch mit den Tremeloes. Kurzzeitig gab es später auch wieder eine Band namens Christie Again, mit der der ehemalige Band-Gitarrist Vic Elmes auf Oldie-Festivals die alten Hits von Christie spielte. So konnte Vic auch ein wenig mitverdienen.

Die Vic Elmes-Gruppe China entstand nach der Auflösung der Jeff Christie-Gruppe. Auch nur eine Single mit High Looking High – East And The West Side (President Records PT 429). Später spielte er noch mit den Totengräbern Christie Again ein Cover-Album (2004) ein. Vic starb am 11. April 2017. Erwähnenswert ist noch das Paul Fenton nach Christie bei Carmen und T. Rex trommelte. Jeffrey Christie hat, bis auf einen einzigen Titel, das komplette Debüt Christie Featuring San Bernadino And Yellow River mit allen Hits der Band komponiert. Damit hatte er dann bis heute keine Sorgen mehr. Bilder: Cover, Text: Roland Koch

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