Tragik Rock: Popol Vuh – Florian Fricke 2 (DE_BW)

Veröffentlicht am 21. Oktober 2026 um 22:36

Zweite Inkarnation – Nun rückten esoterische, sakrale und religiöse Themen noch mehr in den Mittelpunkt. Mit dem dritten Album Hosianna Mantra (1972, Pilz) stießen Conny Veit (später Gila), Sängerin Sabine Merbach (damalige Lebensgefährtin von Conny), die koreanische Sängerin Djong Yun (exaltierte großartige Sopran-Stimme),

Robert Eliscu (später Between), Klaus Wiese (ab 1981 sehr erfolgreicher Solist) und einige wechselnde Gäste zum Zeremonienmeister Fricke. Auch Florians Frau Bettina von Waldthausen arbeitet Non-Musikalisch nun noch stärker an den Werken ihres Mannes mit. Für Seligpreisung (1973, Kosmische Musik), aufgenommen in der Stiftskirche Baumburg in Altenmarkt war ebenso Schlagwerker Daniel Fichelscher (Amon Düül II, Niagara) in der Trommelburg erstmals dabei. Yun war ebenfalls nach einer Pause auch wieder auf den Alben Einsjäger & Siebenjäger von 1974 und Das Hohelied Salomos (1975, United Artists) zu hören. Die 70er sind die produktivste Phase von Popol Vuh, Alben teils in Halb-Jahres-Rhythmus.

Neben regelmäßigen Studio-Alben und sehr seltenen Live-Auftritten wurde die Band besonders durch die intensive Zusammenarbeit mit dem innovativen bayrischen Regisseur Werner Herzog bekannt, für dessen Filme Popol Vuh mehrmals die passende musikalische Untermalung erschuf. Kennzeichnend für Aufnahmen aus dieser Phase ist auch die Verwendung der Choir Organ, ein skurriles Instrument in Einzelanfertigung. Mit diesem Mellotron ähnlichen Gerät konnten bereits einfache Samples erzeugt werden, die als synthetische Chorstimmen oder Orchesterklänge in die klassische Instrumentierung der Band integriert werden konnte. Über die Herkunft und den Verbleib des Instruments gibt es keine sicheren Erkenntnisse und laut Frank Fiedler auch keine Foto-Dokumente. Er beschreibt das Teil aber als verrücktes, lautes Gerät in zwei Holzkisten mit 60 bis 80 Bandschleifen die über eine Tastatur gesteuert wurden. Dieses einmalige Gerät wurde in den 70er von mehreren Personen der Münchner Musikszene verwendet und ist zum Beispiel auf Alben Wolf City oder Tanz Der Lemminge von Amon Düül II sowie auf Musik von Klaus Doldinger zu hören. Die ersten Auftritte im Ausland fanden im Herbst 1974 als Tournee und 1976 in Großraum Mailand statt.

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