Startrampe für komplexe Rock-Musik – Es gibt weltweit einige Regionen die Namensgeber für einen Musikstil sind, beispielsweise der Philly-Sound (US-Soul-Funk), Munich-Sound (Euro-Disco) oder Berliner- und Düsseldorfer Schule (Elektronik), aber keine war bis heute so dauerhaft und signifikant mit einer Region verknüpft
wie der vielfältige jazzgeprägte Canterbury Sound. Diese an den Progressive-Rock und Modern-Jazz angelehnte komplexe Musik brachte eine Vielzahl von sehr bekannten Bands hervor, um die sich damals eine rege eigenständige Szene entwickelte. Der charakteristische Canterbury Sound entstand bereits Anfang der 60er durch eine überschaubare Anzahl Künstler (Genre-Kern) aus/in der Region Canterbury, Süd-England. Zentral eine geschichtsträchtige britische Stadt am Fluss Stour, mit circa 55.000 Einwohnern (Stand: 2022) und einer mächtigen Kathedrale (seit 1988 zum Weltkulturerbe der UNESCO), die im grünen Südosten Englands in der Grafschaft Kent liegt.
Viele regionale Musiker in wechselnden Besetzungen bildeten die Bands und Projekte. Später wurde der Genre-Begriff auch auf andere Formationen mit ähnlicher Sound-Struktur außerhalb dieser Gegend ausgeweitet, die aber stilistisch in derselben Richtung anzusiedeln sind. Vor allem beim Aspekt Vielfalt im Klang und Experimentier-Freudigkeit besteht eine sehr nahe stilistische Verwandtschaft zum Progressiv-Rock. Der größte Unterschied liegt wohl in der stärkeren Orientierung zu vielen anderen Genres, vor allem dem Jazz, weniger Pathos und Bombast sowie teilweise lebensfrohere und humorvollere Spielweise des Canterbury. Als weiteres charakteristisches Merkmal der klassischen Canterbury-Szene lässt sich anführen, dass enge innere Verflechtungen zwischen den beteiligten Gruppen und Projekten über Jahrzehnte bestehen. Viele Mitglieder der Stil prägenden Bands fanden sich oft in neuen interessanten Konstellationen zusammen und waren Teil später entstandener Gruppierungen. Der Einfluss auf artverwandte Genres wie Ambient, Fusion-Jazz, Minimal-Music, Progressiv-Rock, Welt-Musik war enorm, teils beschleunigend und richtungsweisend.
Die ersten wichtigen Start-Rampen und Impulsgeber waren das Daevid Allen Trio, Keith Tippett Group sowie Ian Carr Trio. Die prägendsten Canterbury-Bands sicherlich 1. Wilde Flowers, 2. Soft Machine der Anfangsphase bis zum Album Softs (1976), 3. Caravan der ersten Jahre, vor allem um das Album In The Land Of Grey And Pink (1971), 4. Centipede und die vielen Projekte um Keith Tippett sowie die klassischen 5. Gong um den australischen Paradiesvogel Daevid Allen in der Phase zusammen mit dem Gitarristen Steve Hillage. Zu den bereits vorher genannten Musikern haben praktische alle Mitglieder dieser fünf Bands zum lebendigen Ausbau und Erhalt dieses interessanten Genres, zum Teil bis heute, beigetragen. Zwei große Band-Familien ragen mit Soft Machine (Matching Mole, Soft Heap, Soft Head, Soft Where, Soft Works, Soft Machine Legacy, etc.) und Gong (Mother Gong, Planet Gong Pierre Moerlen´s Gong, New York Gong, Para Gong, Gongmaison, Gongzilla, etc.) dabei noch heraus. Dazu sind mehrere Beiträge in Arbeit, Gong Teil 1 kommt demnächst.
Als dritte große Künstler-Gemeinschaft sind noch die Bands um den Keyboarder Dave L. Stewart zu nennen, die in der Anfangsphase Uriel, EGG, Arzachel, Khan und später zusammen mit den beiden Brüder Sinclair (Richard und David) die Band Hatfield & The North umfasste. Große und würdige Plattformen haben viele der Canterbury Künstler über viele Jahre bei den alljährlichen Loreley- und Burg-Herzberg-Festivals gefunden und Bands wie Soft Machine, Caravan, Hatfield & The North (2006), Colosseum (2007), Van Der Graaf Generator (2007), Gong (2009), Caravan (2013), Magma (2013), The Crimson ProjeKCt (2014), Camel (2015) und viele andere haben zusammen mit den Fans großartige Musik-Feste gefeiert. Erst kürzlich ist David Cross mit seiner Band beim Woodstock Forever Festival 2026 aufgetreten, hat dort das komplette Album Larks' Tongues In Aspic (03-1973) von King Crimson Live virtuos präsentierte. Nachfolgend in Kurzform die prägenden Bands und Projekte des Genres chronologisch mit den bekanntesten Mitgliedern sowie eine PDF-Datei mit detaillierten Infos zum Bereich Canterbury Sound.
The Wilde Flowers [UK][1963-1969] – Dave Sinclair, Richard Sinclair, Brian Hopper, Hugh Hopper, Robert Wyatt, Kevin Ayers, Pye Hastings, Richard Coughlan, Dave Lawrence, Graham Flight. +++ Soft Machine [UK][1966-1981] – Kevin Ayers, Daevid Allen, Robert Wyatt, Mike Ratledge, Hugh Hopper, Elton Dean, John Marshall, Karl Jenkins, Roy Babbington, Andy Summers, Mark Charig, Nick Evans, Jimmy Hastings, Alan Skidmore, Phil Howard, Allan Holdsworth, John Etheridge, Alan Wakeman, Larry Nowlin. +++ Delivery [UK][1966-1971] – Phil Miller, Steve Miller, Pip Pyle, Lol Coxhill, Roy Babbington, Laurie Allan, Jack Monck, Carol Grimes, Judy Dyble. +++ EGG [UK][1967-1972], zuvor Uriel – Clive Brooks, Mont Campbell, Dave L. Stewart. +++ Caravan [UK][1968-2015] – Pye Hastings, Richard Sinclair, David Sinclair, Richard Coughlan, Dave Lawrence. +++ Whole World [UK][1970-1971] – Kevin Ayers, Robert Wyatt, Mike Oldfield, David Bedford, Lol Coxhill. +++ Quiet Sun [UK][1970-1974] – Charles Hayward, Phil Manzanera, Bill MacCormick, Dave Jarrett. +++ Centipede [UK][1970-1972] – Keith Tippett, Robert Wyatt, Elton Dean, John Marshall, Karl Jenkins, Roy Babbington, Alan Skidmore, Mark Charig und viele, viele andere (siehe im Text). +++ Gong [UK/FR][1971-2015] – Daevid Allen, Gilli Smyth, Didier Malherbe, Pip Pyle, Steve Hillage, Allan Holdsworth, Mike Howlett, Christian Tritsch, Rachid Houri und viele, viele andere. +++ Khan [UK][1971-1972] – Steve Hillage (Vorher: Uriel, Arzachel, EGG), Nick Greenwood (Vorher: Crazy World Of Arthur Brown), Eric Peachey, Dick Henningham, Dave L. Stewart, Pip Pyle. +++ Matching Mole [UK][1971-1972] – Robert Wyatt, Phil Miller, David Sinclair, Bill MacCormick, Dave MacRae. +++ Hatfield & The North [UK][1972-1975, 1990, 2005-2006] – Phil Miller, Steve Miller, Pip Pyle, Richard Sinclair, David Sinclair, Dave L. Stewart, Lindsay Cooper. +++ Gilgamesh [UK][1972-1975] – Mike Travis, Alan Gowen, Phil Lee, Steve Cook, Richard Sinclair, Alan Wakeman. +++
Henry Cow [UK][1973-1978] – Fred Frith, Tim Hodgkinson, Geoff Leigh, Lindsay Cooper, Dagmar Krause. +++ National Health [UK][1975-1981] – Phil Miller, Phil Lee, Dave L. Stewart, Alan Gowen, Mont Campbell, Lindsay Cooper, Bill Bruford (Vorher: Yes, King Crimson), Pip Pyle, Amanda Parsons, Georgie Born, Neil Murray, John Greaves, Peter Blegvad. +++ In Cahoots [UK][1982-2015] – Richard Sinclair, Phil Miller, Elton Dean, Pete Lemer, Pip Pyle, Hugh Hopper, Fred T. Baker, Mark Fletcher, Paul Booth, Mark Armstrong, Jim Dvorak.
Die recht unbekannte englische Psych-Rock-Combo The Wilde Flowers (UK, 1963-1969) aus der Region Canterbury, bestand von circa 1963 bis 1969 und ihr Bandname ist eine Anspielung auf den Schriftsteller Oscar Wilde. Die Original-Band hat während ihres Bestehens keine offiziellen Aufnahmen veröffentlicht, aber aus ihr gingen zwei der bekanntesten und einflussreichsten progressiven Canterbury-Rock-Bands hervor und zwar Soft Machine und Caravan. Die Mitglieder waren im Laufe des Bestehens der The Wilde Flowers die späteren Musiker von Soft Machine: Brian Hopper (Gitarre, Saxophon), Hugh Hopper (Bass, Saxophon, 06-2009 verstorben), Robert Wyatt (Schlagzeug, Gesang), Kevin Ayers (Gesang, bei Soft Machine: auch Bass). Sowie die späteren Musiker von Caravan: Richard Sinclair (Gitarre, Gesang, bei Caravan: Bass), Pye Hastings (Gitarre, Gesang), Dave Sinclair (Cousin Richard, Keyboards), Richard Coughlan (Schlagzeug, Gesang, 12-2013 verstorben) und Graham Flight (Gesang), der als Bassist auch gegen Ende der 70er mit Dave Sinclair in der Live-Band Polite Force spielte. Kurz nach den ersten Aufnahme-Sessions verließ Kevin Ayers (02-2013 verstorben) die Band, arbeitete zusammen mit Daevid Allen (03-2015 verstorben) an der Formierung von Soft Machine und Mitbewohner Flight stieg dann ein. Ein selbstbetiteltes Album mit zuvor unveröffentlichten Aufnahmen der The Wilde Flowers erschien 1994 beim Canterbury-Schatzgräber Voiceprint (VP123). Diese wurden nach der Auflösung der Band (10-1967) von den ehemaligen Mitgliedern Hastings, Wyatt und den Hoppers im August 1969 aufgenommen. Auch auf der 4CD-Box Canterburied Sounds (2013: Voiceprint) sind auch einige gut restaurierte Titel, auch von weiteren Canterbury-Legenden, veröffentlicht worden. Die Aufnahmen stammen aus dem Archiv von Brian Hopper. Die The Wilde Flowers waren das Nest von Paradies-Vögeln der Canterbury-Szene. Sie förderten mit ihrer Kreativität und Rastlosigkeit die Entwicklung dieses Genres bis heute. Wir haben Soft Machine und Caravan sowie viele andere Canterburys x-mal erlebt, stets großartige Konzerte.
Die Band The Soft Machine (UK, 1966-1981) zählt sicher zu den Pionieren des Canterbury Sound, wurde 1966 von Mike Ratledge, Robert Wyatt, Kevin Ayers, Daevid Allen und Gitarrist Larry Nowlin in Canterbury, Südost-England formiert und spielte dort anfangs eine zentrale Rolle in der dortigen Musikszene. Aktuell ist die 17CD-Box Slightly All The Time Recordings 1970-1974 (2026, Sony) erschienen, damit wird die prägendste und einflussreichste Phase der legendären Canterbury-Band Soft Machine umfassend dokumentiert. Im Mittelpunkt dieser Edition stehen die fünf für CBS/Columbia veröffentlichten Studio-Alben der Band. Sämtliche Aufnahmen wurden von den originalen ¼-Zoll- Masterbändern neu remastert. Ergänzt wird die üppige Sammlung durch sämtliche erhaltenen BBC-Sessions, die hier erstmals vollständig präsentiert werden, sowie durch zahlreiche zuvor unveröffentlichte Audio- und Videoaufnahmen von Konzerten aus Großbritannien, Frankreich, Belgien und Deutschland. Alles verpackt in einem hochwertigen 12 x 12 Zoll großen Schuber enthält das Set zudem ein gebundenes Buch mit seltenen Fotografien und ausführlichen Texten. Bilder unter: Original Album Classics (mit Third, Fourth, Fifth, Six, Seven), Live In 1970 (2014, 4CD-Box), Live In The 70s (2015, 4CD-Box). Zu dieser Band ist eine Werkschau in Arbeit !!
Die britische Blues- und Progressive-Rock-Band Delivery (UK, 1966-1971) wurde in den späten 60ern gegründet und die verschiedenen Bandmitglieder waren nach der Auflösung von Delivery in verschiedenen anderen Bands der Canterbury-Szene aktiv. Gegründet von Gitarrist Phil Miller, seinem älteren Bruder, dem Pianisten Steve Miller, Schlagzeuger Pip Pyle und dem Bassisten Jack Monck. Unter dem Namen Brunos Blues Band, bestritt die Gruppe mehrere Jahre lang Konzerte im Großraum London. 1968 trat der experimentelle Saxophonist Lol Coxhill bei, und der Bandname wechselte zu Steve Miller’s Delivery, 1969 schloss sich die Band mit der Blues-Sängerin Carol Grimes zusammen und Bassist Roy Babbington ersetzte Monck. Diese Besetzung nahm 1970 das Album Fools Meeting (1999: Wiederveröffentlichung bei Cuneiform mit 5 Bonus-Titeln) auf. Obwohl Grimes nur als einfaches Band-Mitglied angesehen werden wollte, wurde das Album dennoch unter Carol Grimes & Delivery veröffentlicht. Januar 1971 verließ Pyle die Band, wurde zunächst einige Zeit Mitglied von Gong, seine Stelle nahm der Schlagzeuger Laurie Allan ein. Kurz danach löste sich Delivery auf, führte aber zu DC & The MB’s (Dyble-Coxhill & The Miller Brothers) mit Sängerin Judy Aileen Dyble (Trader Horne, Fairport Convention). 1972 und 1973 und 1998 (London Vortex Jazz Bar) kam es noch zu drei kurzen Reunionen, wiederum mit unterschiedlichen Besetzungen. Phil Miller gründete Matching Mole mit Robert Wyatt und Dave Sinclair, später Hatfield & The North mit Pip Pyle, beide arbeiteten später auch noch bei National Health wieder zusammen. Steve Miller ersetzte Dave Sinclair bei Caravan nach dessen erstem Ausscheiden. Roy Babbington war gleichzeitig Mitglied der Keith Tippett Group, später von Nucleus und Soft Machine. Laurie Allan trat ebenfalls Gong und später Barbara Thompsons (später Colosseum) Paraphernalia bei. Hier zeigte sich schon deutlich wie schnell sich das Besetzung-Karussell drehte und damit Dynamik entwickelte.
Im Mai und Juni 1968 trat die Urbesetzung der britischen Canterbury-Band The EGG (UK, 1967-1972) unter dem Namen Uriel in London und Woodford auf und nach der Aufnahme der ersten Demo-Kassette verließ Gitarrist Steve Hillage die Band im August desselben Jahres zu Gunsten seines Studiums. Auf Drängen des Managements des Londoner Clubs Middle Earth, das ab Dezember 1968 auch die Band selbst führte, änderten Uriel im Januar 1969 ihren Namen in The EGG, was bereits wenig später zu EGG gekürzt wurde. Unter diesem Namen erschien August 1969 die Debüt-Single Seven Is A Jolly Good Time auf dem Label Nova (Tochter Decca Records) unter dessen Logo im folgenden Jahr auch das erste reguläre Album EGG erschien. Nach The Polite Force (1971) lösten sich EGG im Juli 1972 offiziell auf, fanden sich aber 1974 für Aufnahmen zum Album The Civil Surface wieder zusammen. Nach Veröffentlichung dieses Albums trennten sich die Wege der Gruppe endgültig. Die Mitglieder von EGG waren Dave L. Stewart (Orgel, Keyboards), Mont Campbell (Gesang, Bassgitarre) sowie Clive Brooks (Schlagzeug). Während Uriel noch vorrangig Cover-Versionen gespielt hatten, gingen EGG dazu über, eigene Lieder zum Besten zu geben, vor allem Campbell schrieb viele der Stücke. Ein Jahr nach der Gründung, unterzeichneten EGG 1969 den Plattenvertrag mit Decca Records. Etwa zur selben Zeit unterbreitete das Label Roulette Dave L. Stewart das Angebot, ein Album mit zu dieser Zeit sehr gefragter psychedelischer Musik aufzunehmen. Weil sowohl EGG als auch Uriel jedoch vertraglich an Decca gebunden waren, entschied sich die Gruppe, unter dem Namen Arzachel und mit Gitarrist Steve Hillage, also in der ursprünglichen Uriel-Besetzung, dem Angebot nachzukommen. Nach der Aufnahme des selbstbetitelten Albums Arzachel (1969) löste sich die Gruppe noch im selben Jahr wieder auf. Die Musik von EGG war ein Mix aus Progressiv-Rock und Psychedelia. Sie wurde von Dave L. Stewarts Keyboards dominiert, die stark an ELP und Soft Machine erinnern. Gemeinsam mit Caravan und Soft Machine gelten EGG heute als Wegbereiter des Canterbury-Stils, der in den 70er Jahren seine Blütezeit erlebte.
Die britische Band Caravan (UK, 1968-2015), deren Stil in Richtung Progressiv-, Art- und Avantgarde-Rock einzuordnen ist, aber am treffendsten ist wohl die herkunftsbezogene Angabe Canterbury Sound, da Caravan sich 1967/68 aus dem dicht gewobenen Netz jener stilbildenden Musik-Szene in Canterbury formierte, die auch die Formationen Soft Machine, Matching Mole und Hatfield & The North und andere hervorbrachte sowie in der Musiker wie Kevin Ayers, Hugh Hopper, Robert Wyatt und der aus Australien stammende Daevid Allen wichtige Kristallisationspunkte darstellten. Zu dieser Band ist eine Werkschau in Arbeit !!
The Garden Of Love (EP, 1970) ist eine Vertonung aus William Blake’s Gedicht in Songs Of Experience, einer düsteren, tiefgründigen und zugleich einfühlsamen Sammlung die der Komponist und Musiker David Vickerman Bedford (1. Oktober 2011 verstorben) sehr mochte. Bedford komponierte dieses Werk in seiner für ihn typischen Art und hatte dabei früh vor allem Kevin Ayers und dessen damalige Band The Whole World (UK, 1970-1971), zu dessen Mitgliedern auch „alte“ Weggefährten wie Robert Wyatt (Schlagzeug), Saxofonist George Lowen „Lol“ Coxhill und auch Mike Oldfield am Bass gehörten, als musikalische Partner im Hinterkopf. Die Uraufführung dieses Werkes fand 1970 in der Londoner Queen Elizabeth Hall statt und wurde von Kevin Ayers & The Whole World und Mitgliedern der London Sinfonietta dargeboten. The Garden Of Love ist circa 20 Minuten lang. Die ersten 15 Minuten bestehen allein aus Musik, bei der die Bandmitglieder streng den von David Bedford komponierten Abschnitten folgen. Aber zu hören sind auch solistische und kollektive Improvisationen. 2013 wieder veröffentlicht beim Canterbury Restaurator Voiceprint. Weitere Alben The Whole World: Hyde Park Free Concert 1970 (2008, VP), Clarence In Wonderland – Netherlands 1970 Live (Homespun), Weitere Alben Kevin Ayers: 5CD-Box Original Album Series (2014, Parlophone), The Harvest Years 1969-1974 (2012), All This Crazy Gift Of Time (2024, The Recordings 1969-1973, Esoteric Recordings), Where Do The Stars End (2026, The Recordings 1974-1980, Esoteric Recordings).
Quiet Sun (UK, 1970-1974) war eine britische Progressive-Art-Fusion-Jazz-Rock Band aus der Canterbury-Szene, bestehend aus Phil Manzanera (Gitarre), Bill MacCormick (Bass), Dave Jarrett (Keyboards) und Charles Hayward (Schlagzeug). Entstanden aus einer College-Band namens Pooh And The Ostrich Feather, wurde Quiet Sun 1970 gegründet, nachdem MacCormick sich mit Robert Wyatt, dem Sohn einer Freundin seiner Mutter, angefreundet hatte. Die Band integrierte, ähnlich wie auch Soft Machine, Jazz-Fusion-Elemente, perlende Keyboards und ihren komplexen vornehmlich instrumental gehaltenen Mix aus Canterbury-typischer Musik, Manzaneras energisches Gitarrenspiel unterschied sie aber deutlich von Soft Machine, die (abgesehen von Bass-Gitarre) bis zu ihrem 1975 erschienenen Album Bundles keine Gitarre auf ihren regulären Alben verwendet hatten und neben Keyboards nur Blasinstrumente als Melodieträger verwendeten. Quiet Sun löste sich 1972 auf, als Phil Manzanera der neu gegründeten Gruppe Roxy Music beitrat (sowie auch mangels ausbleibendem Vertrag), Hayward wurde erst kurz Mitglied von Gong, gründete später This Heat und arbeitete bei Massacre mit Fred Frith und Bill Laswell zusammen, MacCormick gründete mit Robert Wyatt, Phil Miller und Dave Sinclair die Combo Matching Mole, und Jarrett wurde Mathematik-Dozent. Charles Hayward wirkte 1981 außerdem als Gast-Schlagzeuger bei der Band Raincoats auf deren Album Odyshape mit. Parallel zu den Aufnahmen für sein erstes Solo-Album Diamond Head rief Phil Manzanera im Januar 1975 die ehemaligen Bandmitglieder von Quiet Sun wieder zusammen, die dann gemeinsam unter Mitwirkung von Brian Eno im gleichen Studio ihr einziges, von Kritikern hochgelobtes Album Mainstream (Help: Island-Sub-Label) aufnahmen, das vom New Musical Express zum Album des Monats gekürt wurde. Besetzung: Charles Hayward (Schlagzeug, Keyboards, Gesang), Dave Jarrett (Fender Rhodes, Steinway Flügel, Farfisa- und Hammond-Orgel, VCS 3-Synthesizer), Phil Manzanera (E-Gitarren, Fender Rhodes), Bill MacCormick (E-Bass, Hintergrund-Gesang), Gastmusiker: Brian Eno (Synthesizer, Oblique Strategies) und Ian MacCormick auch unter dem Pseudonym Ian MacDonald bekannt (Hintergrund-Gesang). Weiter bei 801.
Gong (UK/FR, 1971-2015) ist ein 1967 gegründetes Band-Projekt, das zum zentralen Kern der Canterbury-Szene gerechnet wird. Die Formation bot in ihrer langen und wechselhaften Geschichte verschiedene musikalische Stile wie Progressive-Rock, Fusion, Space-Rock, Jazz-Rock sowie World-Music dar. Zu den bekanntesten der zahlreichen, wechselnden Musikern des Band-Projekts zählen der australische Gründer Daevid Allen, der Perkussionist, Schlagzeuger und spätere musikalische Leiter Pierre Moerlen sowie die Gitarristen Allan Holdsworth und Steve Hillage. Zu dieser Band ist eine 3-teilige Werkschau in Arbeit !!
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